
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
«Zumindest die Geheimdienste», wenn nicht die Regierungen selbst hätten von den Verschleppungen von über 100 Gefangenen durch die CIA gewusst. Die gerne an den Tag gelegte Ahnungslosigkeit sei «höchst unwahrscheinlich». Dafür will Marty zahlreiche übereinstimmende Hinweise sowie Aussagen von Beamten gesammelt haben.
Beweise für Foltereinrichtungen fehlen dem Schweizer Europaratsermittler aber noch. «Im Moment gibt es keine formalen, unwiderlegbaren Beweise für die Existenz geheimer Gefängnisse in Rumänien, Polen oder anderen Ländern», steht in Martys zweitem Bericht, den er heute veröffentlicht hat. Allerdings gebe es «viele Andeutungen aus verschiedenen Quellen, die als verlässlich betrachtet werden müssen» und weitere Ermittlungen rechtfertigten.
Jetzt hofft Marty, in den gestern eingetroffenen Unterlagen der Luftsicherheitsbehörde «Eurocontrol» und des europäischen Satellitenzentrums Torrejón mehr über die CIA-Flüge sowie Gefängnisse in Polen und Rumänien in Erfahrung bringen kann.
Will den europäischen Regierungen nicht glauben, dass sie nichts wussten: der Tessiner FDP-Ständerat und Europarat-Ermittler Dick Marty.- Keystone