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Über 70 Tote, über Tausend Verletzte, Szenen wie in einem Krieg: Nach dem Drama im Fussballstadion von Port Said steht ganz Ägypten unter Schock. Zeugen berichten von unvorstellbaren Gewalttaten. Allen voran die betroffen Fussballprofis. Die Spieler der Auswärtsmannschaft von Al-Ahli wollen sich jetzt sogar ganz aus dem Profisport zurückziehen.
«Es ist vorbei. Wir haben alle eine Entscheidung getroffen, dass wir nie mehr wieder Fussball spielen werden», sagte Torwart Scharif Ikrami dem privaten Fernsehsender ONTV.
Tote und Verwundete seien am Mittwochabend in die Umkleidekabine getragen worden. «Da sind Leute vor unseren Augen gestorben», sagte Ikrami, der selbst bei den Krawallen verletzt wurde. Wie könne es möglich sein, da wieder Fussball zu spielen. «Wir können überhaupt nicht daran denken.»
Ehe Ali, der Mannschaftsarzt des Spitzenreiters A-Ahli, sagte dem zum Club gehörenden Fernsehsender Ahly-TV, die Gewalt im Stadium sei «ein Krieg gewesen, der geplant worden ist».
Den Menschen, die im Stadion waren, bleibt das Verhalten der Sicherheitskräfte unverständlich. Offenbar blieben auch die Fluchtwege verschlossen: «Die Attacke führte zu einer Panik, Leute drückten sich gegenseitig gegen die Metalltore, stürzten und traten aufeinander», sagte der 23-jährige Fussballfan Ossama El-Zayat. Wir sahen die Sicherheitskräfte in die Luft schiessen. Dann haben alle Angst gekriegt. Die Leute schrien und starben.»
Auch Manuel José, der portugiesische Al-Ahli-Trainer, übt scharfe Kritik an der Polizei: «Es waren Dutzende Beamte im Stadion, aber die sind plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen.»
Aber ob nur die Heimfans am Ursprung der Menschenjagd stand, bezweifeln in Ägypten viele: «Alle meine Freunde, die vom Match zurückkamen, versicherten mir, dass sie nicht nur von gegnerischen Fussballfans, sondern auch von einer unbekannten Gruppe von Leuten attackiert wurden», twitterte Journalist Mohamed Beshir laut der Zeitung «Egypt Independant». (bih/SDA)
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