Gaddafis Lockerbie-Deal Die miesen Tricks der Libyer

  • Publiziert: 07.09.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

TRIPOLIS – Der Lockerbie-Attentäter wurde von Grossbritannien freigelassen, weil er todkrank ist. Doch offenbar wurden die Ärzte von Libyen geschmiert.

Er sei todkrank, hätte nur noch drei Monate zu leben – so berichteten es die schottischen Behörden der Welt und liessen daher den Lockerbie-Attentäter Abdelbaset Ali Mohmed al-Megrahi (57) aus «humanitären Gründen» frei.

Die Diagnose, dass der Mörder von 270 Menschen nur noch wenig Zeit zu leben hätte, stammt von drei Ärzten. Und der «Sunday Telegraph» deckte nun auf, dass diese von Libyen geschmiert worden seien.

Megrahi nicht mehr auf der Intensiv-Station

So wird Professor Karol Sikora zitiert, der der Zeitung sagt: «Die Schätzung von drei Monaten wurde uns von Libyen als sehr hilfreich empfohlen.» Libyen hat England offenbar über den Tisch gezogen.

Besagter Professor hat nicht eben eine ruhmreiche Vergangenheit. So schrieb er sich schon eine renommierte Anstellung in einem Institut zu – obwohl er die nicht besass.

Dass Libyen sich einen Deut schert, was versprochen und besiegelt ist, zeigt sich nicht nur im Empfang, der Megrahi am Flughafen bereitet wurde. Sogar Despot Muammar al-Gaddafi schaute vorbei, um den Volkshelden zu begrüssen.

Vor einigen Tagen gingen die Bilder um die Welt, die den Attentäter auf der Intensiv-Station zeigen. Alles Inszenierung? Der «Sunday Telegraph» schreibt, Megrahi sei bereits wieder in die normale Pflege zurückgekehrt. Die veranschlagten drei Monate Lebenszeit scheinen ziemlich aus der Luft gegriffen zu sein.

900 Millionen Dollar

Geld wird beim Lockerbie-Deal ebenfalls eine Rolle gespielt haben. So wird nun bekannt, dass die Regierung in Tripolis kurz nach der Freilassung ein Ölgeschäft mit BP im Umfang von 900 Millionen Dollar billigte.

Englands Premier Gordon Brown wies bisher jegliche wirtschaftlichen Gründe für die Freilassung entschieden zurück. Doch wie schrieb es eine Zeitung treffend: «Die Luft in Grossbritannien riecht derzeit mies.» (num)

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