Wissenschaftler zum Loveparade-Drama «Die Menschen wurden einfach mitgerissen»

  • Publiziert: 27.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

DUISBURG - 20 Tote, mehr als 500 Verletzte: Jetzt beschäftigt das Drama von Duisburg die Wissenschaftler. Physiker Andreas Schadschneider sagt: «Das Problem waren die hohen Dichten.»

Die Loveparade in Dusiburg endet im Desaster: Die Zahl der Todesopfer ist auf 20 angewachsen. Und noch immer werden 500 Verletzte betreut.

Grund dafür sei eine Massenpanik vor dem Tunnel, der als einziger Zugang aufs Festivalgelände diente.

Wie konnte es zu dieser Panik kommen? Eine Frage, die jetzt Experten beschäftigt, die nach Ursachen und Verantwortlichen suchen.

Für Andreas Schadschneider vom Institut für Theoretische Physik der Uni Köln steht fest: «Das Problem in solchen Situationen ist die hohe Dichte der Besucher. Dann hat der einzelne wenig Chancen, sich richtig zu verhalten.»

«Nicht mehr frei bewegen»

Offenbar waren 1,4 Millionen Besucher auf der Loveparde, der Güterbahnhof Duisburg platzte aus allen Nähten. Laut Behörden-Dokumenten liegt die Kapazitätsgrenze des Geländes bei 250`000 Personen.

«Durch die hohen Dichten und entsprechenden Kräften, die in diesen Bereichen auftreten, kann man sich gar nicht mehr frei bewegen, sondern wird häufig auch einfach mit der Menschenmasse mitgerissen», erklärt Schadsteiner im Video-Interview die Situation in Duisburg. (prp)

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