Die lange Nacht am Mont Blanc «Kein Essen, keine Toilette – bitterkalt»

CHAMONIX - 33 Touristen mussten die Nacht in einer Seilbahn über den Gletschern des Mont-Blanc verbringen, erst am Freitagmorgen konnten Rettungskräfte sie in Sicherheit bringen. Jetzt erzählen sie von bangen Stunden in bitterer Kälte.

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Für 110 Touristen wurde am Donnerstag ein Albtraum Realität. Hoch oben über den Gletschern des Mont-Blanc bleibt ihre Seilbahn plötzlich stehen. Stundenlang müssen sie in den Gondeln ausharren, in denen jeweils vier Menschen Platz finden.

Für 77 Passagiere dauert das Drama nur bis zum späten Abend. Rettungskräfte fliegen sie mit Helikoptern zum Boden oder seilen sich mit ihnen ab. Eine waghalsige Aktion, die mit Einbruch der Nacht und dem Aufziehen von Nebel unterbrochen werden muss.

Italy France Mont Blanc play
Dieser Mann berichtet Reportern von den Stunden in der Gondel. Luca Bruno

Und so beginnt für die 33 verbleibenden Touristen eine lange Nacht. Die Rettungskräfte können sie zwar mit Decken, Wasser und Energienahrung versorgen. Doch in bis zu 400 Metern über den Abgrund ist es eiskalt.

«Es war bitterkalt»

Am Freitagmorgen dann die Erlösung: Die Seilbahn läuft wieder, alle 33 Menschen gelangen wieder auf festen Boden. 

Unter ihnen ist ein Italiener, der dem Sender Sky von seinen Erlebnissen berichtet. «Es war sehr hart», sagt er, 18 Stunden mit «drei oder vier Personen» in der Gondel auszuharren, ohne Nahrung, ohne eine Toilette. «Und es war bitterkalt, nur etwa drei Grad», erzählt er.

Auch Alain aus Frankreich ist froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben, nimmt die Situation allerdings locker. 17 Stunden verbrachte er mit drei anderen Personen in einer der Gondeln - in Panik sei keiner ausgebrochen.

Italy France Mont Blanc play
Ein Polizist begleitet den zehn Jahre alten Jungen, der in einer der Gondeln übernachten musste. Luca Bruno

«Wir versuchten geduldig zu sein»

«Es herrschte eine gute Stimmung in der Kabine, wir haben viel gelacht, hatten Wasser und etwas zu essen. Wir versuchten geduldig zu sein», erzählt er dem Sender France Bleu.

Französische Passagiere, die mit einer Reporterin des World Radio Switzerland sprachen, erlebten die Situation weniger entspannt. Es sei schwer gewesen, sich mit nur zwei Decken in der Gondel warm zu halten und eine bequeme Position zu finden. Doch sie seien dankbar dafür, wie die Sicherheitskräfte die Krise gehandhabt hätten.

«War schon ein Erlebnis»

Kathy Cook, eine Touristin aus Michigan, hatte das Glück zu denjenigen zu zählen, die bereits am Donnerstagabend gerettet werden konnten. Der Nachrichtenagentur AP sagte sie: «Wir waren zehn Stunden in der Seilbahn. Sie fiel um 14.30 Uhr aus, und als sie uns aus der Gondel befreiten, war es kurz vor Mitternacht. Das war schon ein Erlebnis»

Eine andere Touristin aus den USA erzählte: «Sie versuchten uns mit dem Helikopter zu holen, aber der Nebel kam. Die beiden Retter blieben bei uns. Und dann seilten wir uns ab.» Anders hätten sie es nicht geschafft, hinunter zu kommen. (wen)

Publiziert am 09.09.2016 | Aktualisiert am 09.09.2016
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2 Kommentare
  • Walter-René  Gigli aus Thun
    09.09.2016
    Humor ist manchmal komisch manchmal nicht, sagt aber viel über den Schreiberlin aus
  • Ralph  Thorny , via Facebook 09.09.2016
    Natur-Hotel Gondel Mont-Blanc: Atemberaubende Aussicht, kostenloses Kuscheln, Team-building & Helikopterflug (alternativ: Abseilen unter kundiger Leitung) sowie Diät u Klimaanlage. Wer dieses Schnäppchen von EUR 555 pro Person genossen jedoch noch nicht bezahlt hat wird nun eruiert und verzeigt !