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Nach 12 Stunden trifft die Glocke am Unglücksort im Golf von Mexiko ein. Arbeiter heben den Stahlkoloss per Kran vorsichtig vom Schiff und lassen ihn ins Wasser. Dabei müssen sie höllisch aufpassen: Brennbare Gase steigen von der Wasseroberfläche auf – ein Funke könnte die Öldämpfe entzünden.
Nun muss sie passgenau auf das Ölleck in 1500 Meter Tiefe abgesenkt werden. Ein Unterwasser-Roboter überwacht dabei die Installation. Die Zeit drängt: Denn zwei Wochen nach dem Sinken der Bohrinsel ist erstmals Öl and Land geschwappt!
Unbewohnte Insel betroffen
Ein dünner orangefarbener Film erreicht gestern den Strand einer kleinen unbewohnten Insel, die etwa 45 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana liegt. Am Südzipfel der Chandeleur-Inseln wurde aber auch «schwereres Öl» entdeckt, sagt eine Sprecherin der Küstenwache.
Freemason Island heisst die erste betroffene Insel. Der Ölkonzern BP sendet sogleich mehrere Boote mit Einsatzkräften. Sie beginnen mit dem Auslegen von schwimmenden Sperren. Denn das Öl ist für den reichen Vogelbestand an den Ufern der Insel tödlich.
Alle Hoffnungen liegen nun auf der Stahlglocke. 80 bis 85 Prozent des Ölflusses können laut Experten mit Hilfe der Vorrichtung gestoppt werden. Erste Ergebnisse werden aber erst am Wochenende erwartet. (num/SDA)