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Die Hölle im Kerobokan-Gefängnis: Britin (56) wartet auf Todesschuss ins Herz

JAKARTA - Überfüllte Zellen, Schmutz, keine Privatsphäre – das Gefängnis, in dem die Britin Lindsay Sandiford sitzt, ist die Hölle.

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«Nein, nein, nein!» – Lindsay Sandiford (56) bricht weinend zusammen. Soeben hat der Richter in Indonesien das Urteil gesprochen: Tod durch Erschiessen. Die Drogengesetze in Indonesien sind erbarmungslos.

Sandiford (56) war im Mai festgenommen worden, nachdem Zollbeamte am Flughafen von Bali 3,8 Kilogramm Kokain in ihrem Gepäck gefunden hatten. Eine Gang habe ihre Söhne mit dem Tod bedroht, macht sie vor Gericht geltend. Es nützt ihr nichts. Sie sitzt im Kerobokan-Gefängnis, muss dort auf das Erschiessungskommando warten.

Sandiford ist in Block W, dem Frauentrakt, untergebracht. Im selben Gefängnis sitzt auch die Australierin Schapelle Corby (35), eine Australierin, die in einem Schauprozess zu 20 Jahren Knast verurteilt wurde.

Unmenschliche Bedingungen

Das Leben im Knast ist unmenschlich. Einzelzellen gibt es nicht, die Nummer der inhaftierten Frauen schwankt pro Zelle von 10 bis 14. Platz für Privatsphäre existiert nicht. Die sanitären Einrichtungen sind rudimentär, die Zellen sind dreckig.

Wer sich andere Hygienestandards gewöhnt ist, hat Schwierigkeiten, wie der Fall von Schapelle Corby zeigt: Sie litt im Knast an ständigem Durchfall, musste wegen des verseuchten Wassers oft erbrechen. Ebenso machten ihr entzündete Augen zu schaffen.

Betten gibt es im Knast nicht. Die Inhaftierten liegen auf Matten oder dünnen Matratzen am Boden. Duschen gibt es nicht, in einer Wanne können sich die Frauen mit einem Eimer Wasser übergiessen.

Exekutionen um Mitternacht

Lindsay Sandiford ist zum Tode verurteilt worden. Diese Strafe wird in Indonesien per Erschiessungskommando durchgeführt. Üblicherweise an einem abgeschiedenen Ort, mit Flutlichtern erleuchtet. Die Öffentlichkeit ist zu den Exekutionen nicht zugelassen.

Die verurteilte Person wird an ein Holzkreuz gebunden. Sie trägt eine Weste, worauf ihr Herz markiert ist - als Hilfe für die Todesschützen. Die letzte Wahl der Verurteilten: Sie dürfen entscheiden, ob sie ihren Kopf verhüllt haben wollen und ob sie Beistand durch einen Geistlichen brauchen.

Letzte Vollstreckung im Jahr 2008

Seit 2008 wurden keine Todesurteile in Indonesien vollstreckt. Die letzten beiden Exekutionen gab es auf der Gefängnisinsel Nusakambangan. Dort wurden zwei Nigerianer hingerichtet – ebenfalls wegen Drogenschmuggel. Derzeit warten 40 Ausländer auf die Vollstreckung der Todesstrafe. 

Für Sandiford gibts aber noch Hoffnung. Todesurteile werden später oft in lange Gefängnisstrafen umgewandelt. Sandifords Anwälte haben bereits angekündigt, Berufung einzulegen. (num)

Beliebteste Kommentare

  • Patricia  Meier
    Es soll jedem eine Warnung sein. Man weiss, wie es in diesen Ländern abläuft und was einen erwartet. Wer hier Drogen schmuggelt, der geht dieses Risiko ein. Generell befürworte ich die Handhabung in diesen Ländern. Wenn ich selbst in der Region reise hab ich einfach immer Angst, dass mir jemand was ins Gepäck legt. Daher kontrolliere ich es immer sehr sorgfältig und schliesse es ab. Blauäugig darf man eh nur bei uns in Europa rumlaufen. In anderen Ländern kann Naivität den Tod bedeuten.
  • Lubi  Massy
    Ich weiss nicht aber manchmal ist die Todesstrafe doch besser als ein Leben lang in so einem Gefängnis zu verrotten und dann irgendwann an einer Krankheit dahinraffen

Alle Kommentare (24)

  • christoph  eschbach , prqtteln
    Das problem ist dass sogar Poliszisten darin verwickelt sind auch thailand , phillipienen, Indonesian , malysia, und so weiter , kann sein dass sie es nicht gewusst hat , wie auch schin vermerkt manchmal werden die drogen am flughafen in das gepaeck getan,enn sie sagt ihr sohn sei bedroht wurden warum ging sie nicht zur Polizei ich denke sie hat gewusst was sie macht

    W
  • Christoph  Schenk , via Facebook
    Unverständlich wie man in solch ein Land Drogen schmuggeln will. Für mich ist schon eine Reise in so ein Land nicht der Rede wert.
  • Monica  Rebolledo , Chillan
    Warum kann es nicht auch in Europa angewendet werden ? Wie viel Junge Leben werden mit einem KG Heroin zertstoert ???
    Oder sind vielleicht unsere Menschenrechtlern und Politiker im Geschaeft mit dabei, wer das denkt ist ein Schelm....
    Super Bali
  • Duri  Candrian
    Oft sind Angestellte der Fluggesellschaften sowie Flughafenmitarbeiter an Abflugorten nach Indonesien involviert. Sie nutzen bereits eingechecktes Gepäck, um Drogenpakete zu verstecken.

    Der Eigentümer des Gepäcks merkt es erst, wenn er in Indonesien am Zoll erwischt wird.
  • Siegfried  Schwab , Miami FL
    Man weiss es doch...also warum tut man es? Mir voellig unverstaendlich.
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