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Die beiden Schweizer Geiseln Max Göldi und Rachid Hamdani verstecken sich weiterhin in der Schweizer Botschaft. (ZVG)
Die beiden Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani wurden Anfangs Dezember zu 16 Monaten Gefängnis und 1600 Franken Busse verurteilt. Dies, weil sie gegen libysche Visa-Bestimmungen verstossen haben sollen. Die beiden legten Berufung dagegen ein.
Am kommenden Sonntag und am 14. Januar sollen nun die Berufungsverfahren stattfinden. Bis jetzt weigerten sich die Geiseln jeweils vor Gericht zu erscheinen. Und auch für die kommenden Prozesse macht es den Anschein, als ob Göldi und Hamdani in der Schweizer Botschaft bleiben wollen. Amnesty International geht davon aus, dass das Risko einer Verschleppung besteht.
Risiko eingehen
«Das wäre ein Fehler», sagt hingegen Stéphane Zerbib gegenüber «24 heures». Zerbib verteidigte die bulgarischen Krankenschwestern vor Gericht, die ab 1999 mehrere Jahre in libyscher Gefangenschaft waren.
«Die Schweizer müssen das Risiko eingehen und vor Gericht erscheinen», erklärt er weiter. «Nur so hat Gaddafi die Chance, die beiden zu begnadigen und gleichzeitig sein Gesicht zu wahren.»
Der libysche Diktator könnte es vor seinem Volk nicht rechtfertigen, dass zwei Ausländer, die gegen das Gesetz verstossen haben und nicht vor Gericht erscheinen, einfach so freigelassen werden.
Natürlich bestehe die Gefahr, dass die Geiseln im Gericht verhaftet und in ein Gefängnis gesteckt würden, gibt Zerbib zu. Daher müsse die Schweizer Regierung mit dem Gaddafi-Clan einen Deal aushandeln, der eine Rückkehr der beiden in die Botschaft garantiere.
Schweiz immer einen Schritt zu spät
«Die Schweiz muss auf Libyen einen starken Druck ausüben, nur so wird sie von Gaddafi respektiert», sagt Zerbib. «Dass der Schweizer Bundespräsident einen Vertrag mit dem libyschen Ministerpräsident, der absolut keine Macht hat, unterschreibt, war ein Zeichen der Schwäche.»
Überhaupt sei die Schweiz immer einen Schritt hinter den Libyern zurück, stellt der Anwalt fest. «Das liegt vor allem daran, dass die Schweiz die libysche Mentalität nicht versteht oder verstehen will.»
Illegale wirtschaftliche Akivitäten
Am 16. Januar steht Max Göldi zudem wegen «illegalen wirtschaftlichen Aktivitäten» vor Gericht. Zwei Tage später auch Rachid Hamdani. Das sei die letzte Chance, auf eine Begnadigung, mein Stéphane Zerbib. «Dann müssen die beiden vor Gericht erscheinen.» (gca)