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Sieben Kinder mit der Ehefrau, sieben Kinder mit der Tochter. Diese vegetiert nach dem Tod eines vierten Kindes mit drei Kindern 24 Jahre im Kellerverlies, drei weitere «freie» Kinder wohnen beim Grossvater, der sich nun als deren Vater herausgestellt hat. Die Welt reibt sich die Augen, überall herrscht Fassungslosigkeit. Wieso tut ein Mann so etwas?
Bei seinem Verhör hat Josef Fritzl gestern erstmals so etwas wie eine Erklärung gegeben. Er habe seine Tochter Elisabeth eingesperrt, um sie zu beschützen. «Er hat ausgesagt, seine Tochter sei zweimal weggelaufen, er habe befürchtet, sie könne ins Drogenmilieu geraten», berichtet der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten.
Die Frage nach dem Motiv ist das eine, das unverständlich erscheint. Das andere: Niemand will von dem jahrelangen Treiben von Josef Fritzl etwas gewusst haben. Doch jetzt melden sich auch Stimmen, die etwas ganz Anderes behaupten: Josef Fritzl war in Amstetten berüchtigt, viele Leute hätten gewusst, «dass in der Familie etwas nicht stimme», wie eine ehemalige Klassenkameradin von Elisabeth Fritzl gemäss «Welt Online» erzählt.
Die Schulkollegin findet es «einfach nur lächerlich, dass niemand etwas geahnt haben will». Vater Josef sei bekannt für seine Brutalität gewesen und viele wussten, dass er seine Kinder regelmässig verdroschen habe. «Der Vater hat immer ordentliche Schläge ausgeteilt. Nicht mit der flachen Hand, sondern mit der Faust. Dabei mussten sie auf Holzscheiten knien», weiss die einstige Schulkollegin von Elisabeth. Elisabeths Bruder habe ihr sogar einmal gesagt: «Irgendwann drischt uns die Drecksau noch tot».
Nachbarn beschreiben Josef Fritzl insgesamt zwar als netten, freundlichen Mann. Dabei scheinen sie aber die Gerüchte, die sich in Amtstetten um Josef Fritzl ranken, zu verdrängen. Auch Elisabeths ehemalige Schulfreundin weiss davon. Josef Fritzl sei nicht nur als sehr brutal bekannt gewesen, er wurde auch verdächtigt, seine Pension im Nachbarort abgefackelt und das Versicherungsgeld kassiert zu haben. Doch nicht über den Versicherungsbetrug munkelt Amstetten: «Man sagt, dass er sich bereits damals an der Lisi vergriffen haben soll». (gux)
Josef Fritzl: Bekannt für seine Brutalität.- AP