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Bisher hätten die Fischer keinen Delfin erwischt, sagt ein Behördensprecher. Doch es ist nur eine Frage der Zeit. «Unser Standpunkt bleibt gleich. Die Stadt wird weiter Delfine jagen», sagt der Sprecher, der lieber anonym bleiben will.
Bisher hat es keine Konfrontationen zwischen Tierschützern und nationalistischen Befürwortern der Delfinjagd gegeben. Der bekannte Aktivist Ric O`Barry habe einen geplanten Besuch in Taiji abgesagt. Aus Angst vor der Konfrontation mit den Delfin-Jägern.
Enormer Ansturm auf das Fischerdorf
O`Barry ist Mitglied der Organisation «Retter Japans Delfine». Er spielte in dem Film «Die Bucht» mit. Der Film zeigte die blutige Jagd auf Delfine in dem japanischen Fischerort. Seither ist der Ansturm von Ausländern auf das 3700-Einwohner-Dorf enorm.
Aktivist O`Barry wird zwar nicht in das Dorf reisen, plant aber, vor der US-Botschaft in Tokio symbolisch 1,7 Millionen Unterschriften aus 151 Ländern gegen die Delfinjagd vorzulegen.
Blutige Tradition
Die Fischer aus Taiji treiben jedes Jahr rund 2000 Delfine in einer abgelegenen Bucht zusammen. Einige werden gefangen und in Delfinarien gebracht, die restlichen werden mit Harpunen getötet und zum Verzehr verarbeitet.
Das Team um Regisseur Louie Psihoyos hatte die umstrittene Tradition für «Die Bucht» teils mit versteckten Kameras gefilmt. Die Bilder von dem Delfin-Schlachten wurden in diesem Jahr mit einem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.
Japanische Nationalisten hatten den Film im Sommer als anti-japanisch beschimpft und Kinos mehrfach erfolgreich an der Aufführung gehindert. Die erste kommerzielle Vorstellung in Tokio fand im Juli unter Polizeischutz statt.
Inzwischen laufe «Die Bucht» nach anfänglich heftigen Protesten aber «erstaunlich erfolgreich» in japanischen Kinos, berichtete Altherr. «Viele Aufführungen sind ausverkauft.» (SDA/tmm)