Deutschlands ehemaliger Vize-Kanzler bangt um die Sicherheit Europa muss wegen Trump aufrüsten

BERLIN - Weil Donald Trump Europa wohl im Stich lassen werde, brauche die EU eine eigene Verteidigungsstrategie, fordert der ehemalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer.

Europa und Donald Trump: EU braucht eigene Verteidigungsstrategie play
Joschka Fischer (l.) traf am 1. Juni 2016 den alt Bundesrat Adolf Ogi bei der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels.  REUTERS

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Der Grüne Joschka Fischer (68) war von 1998 bis 2005 deutscher Aussenminister sowie Stellvertretender Kanzler unter Gerhard Schröder (SPD, 72). In einer Kolumne in der «Süddeutschen Zeitung» äussert sich der Politiker über die Bedeutung Europas.

Fischer befürchtet, dass der Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump (70) für Europa «eine dramatische Zäsur» mit «tief gehender Erschütterung» bedeuten könnte.

Europa und Donald Trump: EU braucht eigene Verteidigungsstrategie play
US-Panzer im deutschen Bremerhaven: Donald Trump könnte die Sicherheitsgarantie für Europa überprüfen. REUTERS

 

Europa und Donald Trump: EU braucht eigene Verteidigungsstrategie play
Joschka Fischer bei der Eröffnung des Neat-Basistunnels. 

Er schreibt: «Trump hält nichts von der europäischen Integration, dafür aber umso mehr von dem in nahezu allen Mitgliedstaaten grassierenden neuen Nationalismus. Diese Haltung teilt er ganz offensichtlich mit seinem russischen Gegenüber.»

Der russische Präsident Wladimir Putin (64) versuche seit längerem, die EU durch die Förderung nationalistischer Kräfte zu destabilisieren. Fischer erwartet nun den gleichen Trend aus den USA.

Es seien «einschneidende Konsequenzen zu befürchten», wenn Trump – wie angekündigt – die amerikanische Sicherheitsgarantie für Europa überprüfen und das Verhältnis der USA zu Russland auf eine neue Grundlage stellen würde.

Europa und Donald Trump: EU braucht eigene Verteidigungsstrategie play
Putin (l.) und Trump auf Schmusekurs: Die neue Liebe hätte Konsequenzen für Europa.  AFP

Fischer sagt: «Wenn Europa daher auf dem europäischen Kontinent eine dauerhafte Friedensordnung will, dann wird es vor allem ernst genommen werden müssen. Das ist gegenwärtig eindeutig nicht der Fall.»

Bisher habe sich Europa «im Schutz der amerikanischen Sicherheitsgarantie als Wirtschaftsmacht entwickeln» können. Fischer: «Fällt diese aber weg, so wird der EU nichts anderes übrig bleiben, als selber eine ernsthafte machtpolitische Dimension zu entwickeln.» (gf)

Publiziert am 09.01.2017 | Aktualisiert am 10.01.2017
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  • Thomas  Hager aus Luzern
    10.01.2017
    Das Problem Trump inkl. Vize wird die Heimatschutzbehörde der USA auf ihre Art lösen. Wird spannend wem sie die Schuld anhängen.
  • Benjamin  Hutter , via Facebook 10.01.2017
    Joschka Fischer hat die Grüne Partei nur als Sprungbrett benutz ,und reiht sich spätestens nach der Entsendung deutscher Soldaten nach Afghanistan als Kriegshetzer und Kriegsgewinnler ein.
  • Christoph  Jost , via Facebook 10.01.2017
    Als Alternative würde ich vorschlagen, ein normales Verhältnis zu Russland aufzubauen.
    Aber das ist wohl zu viel verlangt.
  • Benjamin  Hutter , via Facebook 10.01.2017
    Wie lange und mit was har Joschka Fischer seine Haare gewaschen, dass sie wieder so weiss leuchten??
  • Dirk  Schwab 09.01.2017
    Na ja, hoffen wir, dass Herr Trump weiterhin nur mit dem Handy auf Instagram Krieg führt. Nur nicht sein Handy wegnehmen. Man weiss ja, wie Kinder reagieren, wenn ihnen ihr Spiezeug weggenommen wird.