Deutschland Millionenschwerer Abrechnungsbetrug bei deutschen Pflegediensten

Düsseldorf – Ambulante Pflegedienste sollen die Sozialversicherungen in ganz Deutschland um mehrere Millionen Euro betrogen haben. Es gehe um die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen, teilten die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt NRW am Montag mit.

In Deutschland ist ein Betrugsfall bei ambulanten Pflegediensten aufgeflogen: Diese sollen die Sozialversicherungen um mehrere Millionen betrogen haben. (Symbolbild) play
In Deutschland ist ein Betrugsfall bei ambulanten Pflegediensten aufgeflogen: Diese sollen die Sozialversicherungen um mehrere Millionen betrogen haben. (Symbolbild) KEYSTONE/GAETAN BALLY

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Ermittelt werde gegen mehr als 200 Verdächtige. Über mehrere Scheinfirmen seien etwa sieben Millionen Euro aus Pflegediensten herausgezogen worden.

Wie die Behörden am Montag bekanntgaben, waren die Ermittler bereits am 20. September zu Razzien in mehreren Bundesländern ausgerückt. 108 Objekte sind den Angaben zufolge durchsucht worden. Dabei seien rund 500 Polizisten, Staatsanwälte, Zöllner und Steuerfahnder im Einsatz gewesen.

Die verdächtigen Pflegedienste seien in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen ansässig. Insgesamt stellten die Ermittler mehrere hundert Umzugskartons mit Akten und etwa 70 Terabyte an digitalen Daten sicher. Dabei wurden auch zwei unbrauchbare Kalaschnikows und zwei weitere halbautomatische Waffen mit Munition entdeckt.

Nach Angaben der Behörden sitzen drei Hauptbeschuldigte in Untersuchungshaft. Ein vierter Hauptverdächtiger sei vor einer Woche in Moskau verhaftet worden. NRW-Zielfahnder hätten ihn dort aufgespürt und der Moskauer Polizei einen Hinweis gegeben.

Abrechnungsbetrug in der ambulanten Pflege kostet die Krankenkassen und Kommunen viel Geld. Einige Kassen hatten bereits im Mai von einem hohen Anteil von Verdachtsfällen gegen «russische Pflegedienste» berichtet - solche Pflegedienste, deren Leitungskräfte aus Staaten der früheren Sowjetunion stammen. Bei den aktuellen Ermittlungen sollen Verdächtige aus der Ukraine stammen. (SDA)

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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