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Ralf Schmidt bringt frischen Wind in seine Kirche.
(evangelisches-dekanat-ruesselsheim.de)KASTEL (D) - Ein Pfarrer in Wiesbaden will bei einem Gottesdienst über Liebe und Sex sprechen – und dabei nicht auf Körperkontakt verzichten.
Ralf Schmidt von der evangelischen Erlösergemeinde Mainz-Kastel ist kein konventioneller Pfarrer und fiel schon in der Vergangenheit durch ungewöhnliche Gottesdienste auf. Einmal liess er einen Rapper singen, ein anderes Mal spielte er sogar Heavy Metal in der Kirche.
Jetzt geht er noch einen Schritt weiter und will über das Thema sprechen, welches die Kirche wie der Teufel das Weihwasser fürchtet: Sex. Heute will er den nach seinen eigenen Angaben ersten erotischen evangelischen Gottesdienst abhalten.
Die Predigt werde erst für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben, berichtet die «Frankfurter Rundschau». «Ich werde vom Ficken und Poppen sprechen», sagt er der Zeitung. Aber er werde nach schöneren Worten suchen.
Entstanden sei die Idee zum erotischen Gottesdienst im Unterricht einer neunten Klasse. Den Schülern sei das Thema Liebe zu langweilig gewesen und so habe er sich entschlossen, darzulegen, «was die Religion zu Sexualität und Erotik zu sagen hat».
Der Kirche hafte der Ruf der Leibfeindlichkeit an. «Für mich liegt der Sinn darin, Sexualität als etwas Menschliches zu zeigen», sagt Pfarrer Schmidt. Es bleibt nicht nur beim gesprochenen Wort: Es werde beim Gottesdienst eine Salbung mit wohlriechendem Öl auf der Stirn geben, ausserdem meditative Tänze bei denen sich die Besucher anfassen dürften – und es gibt sogar ein erotisches Bild in der Kirche zu sehen. Der Pfarrer betont aber: «Es ist kein vulgäres Bild.» (num)
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