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Deutscher Atom- Schmuggler vor Gericht

STUTTGART (D) – Heute hat die Neuauflage des Prozesses gegen einen Ingenieur begonnen, der das libysche Atomprogramm unterstützt haben soll. Spuren der Affäre führen in die Schweiz.

Aktualisiert um 12:54 | 05.06.2008
Steckt in der Affäre mit drin: der Schweizer Urs Tinner. (AP)
Steckt in der Affäre mit drin: der Schweizer Urs Tinner. (AP)
Der Ingenieur gehörte zum Netzwerk des pakistanischen Atomphysikers Abdul Qader Khan, das Iran, Libyen und Nordkorea mit Atommaterial belieferte. 2003 war es aufgeflogen, als ein für Libyen bestimmtes Schiff mit brisanter Ladung im Mittelmeer aufgebracht worden war.

Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft dem 65-Jährigen vor, an der Herstellung und Lieferung einer Gas-Ultrazentrifuge zur Urananreicherung beteiligt gewesen zu sein. Der in der Schweiz lebende Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er war 2004 im Kanton St. Gallen verhaftet und an Deutschland ausgeliefert worden.

Ein erster Prozess gegen den Ingenieur war im Sommer 2006 vor einem Mannheimer Gericht geplatzt, weil es den Grundsatz eines fairen Verfahrens gefährdet sah. Die Richter hatten moniert, dass die deutschen Ermittlungsbehörden die Ermittlungsakten nicht vollständig zur Verfügung gestellt hätten.

Die Behörden hatten den Ingenieur darauf im August 2006 freigelassen, während Deutschland noch auf Schweizer Rechtshilfe wartete.

Schweizer in Affäre verwickelt

In den Fall verwickelt sind auch drei Schweizer: Friedrich, Urs und Marco Tinner aus dem St. Galler Rheintal, die ebenfalls für Khans Netz arbeiteten. Die beiden Letzteren sitzen noch in U-Haft.

Urs Tinner soll während seiner Tätigkeit für Khan den US-Geheimdienst CIA über den Atomschmuggel informiert haben. Im November hatte der Bundesrat einen Teil der Atomschmuggel-Akten vernichten lassen – angeblich aus Sicherheitsgründen. (SDA)
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