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Ein Dreisternehotel in der brasilianischen Stadt Goiânia heute vor einer Woche: Am frühen Morgen stürmt die Militärpolizei das Zimmer von Daniel A.* und verhaftet den in Belgrad geborenen Schweizer. Weil er ein 15-jähriges Mädchen ausbeutete, so brasilianische Medien.
Ein herber Schlag für den Selbstdarsteller: Er gibt sich als Vize-Honorarkonsul der Republik Surinam aus, ist Teilhaber einer Modelagentur, organisiert Miss-Wahlen.
Der Missen-König gehört zur Prominenz: An seiner Geburtstagsparty 2008 feierte Daniel A. etwa mit Janaína Barcelos (20, Miss São Paulo 2008) und Natália Guimarães (24, zweite bei der Miss-Universe-Wahl 2007).
Auch die brasilianischen Ex-Fussballer Alemão (48) und Romário (43) sonnen sich im Glanz seines goldfarbenen Hemdes. Das dürften sie jetzt aber bereuen.
Sein 15-jähriges Opfer vertraute sich im Hotellift einem Vormundschaftsvertreter an und erzählte ihm alles.
Das Mädchen lernt Daniel A. im vergangenen Mai kennen. Der Schweizer verheisst der jungen Brasilianerin eine Modelkarriere. Ihren Eltern zahlt Daniel A. die Autoraten – im Gegenzug weicht die 15-Jährige nicht mehr von seiner Seite. Hat ab Mitte Jahr regelmässig Sex mit ihm.
In der Schweiz milde bestraft
Anfang 2010, so verspricht er ihr im November, werde er ihr Paris – die Stadt der Liebe – zeigen. Und sie dann heiraten. Die Hochzeit versprach Daniel A. auch schon anderen jungen Frauen: Die junge Polin Anna (19) etwa lockte er 1995 mit dem Versprechen in die Schweiz, ihr bei der Suche nach einem Mann zu helfen. Bei der Polizei sagte Anna später aus: «Er schlug mich, schickte mich auf den Strich, drohte mir, ich würde die Schweiz in einem schwarzen Plastiksack verlassen.»
Auch als Internet-Abzocker versuchte sich Daniel A. laut dem «Tages-Anzeiger»: Seine Computerprogramme wählten hinter dem Rücken der Benutzer teure Porno-Telefonnummern.
Die brasilianischen Behörden ermitteln jetzt auch wegen Menschenhandels gegen Daniel A. Den Vorwurf kennt der Schweizer schon: Als Drahtzieher eines Callgirl-Rings namens «Orchidee» stand er 2001 in Zürich vor Gericht. Wegen Förderung der Prostitution kassierte er damals 18 Monate bedingt und 5000 Franken Busse.
Über diese milde Strafe freute sich Daniel A. und flog nach dem Urteilsspruch zurück nach Brasilien, um sein Model-Geschäft weiter voranzutreiben. Jetzt liess ihn die brasilianische Polizei hochgehen.
*Name der Redaktion bekannt