Streng geheim Der Kinderporno-Skandal im Pentagon

  • Publiziert: 04.09.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

WASHINGTON - Wer dort arbeitet, wird gegen aussen rigoros abgeschirmt. Das nützen 250 Angestellte des US-Verteidigungs-Departements schamlos aus und konsumieren ungehindert Kinderpornos.

Mehr als 250 militärische und zivile Angestellte des Pentagons haben im Internet Spuren hinterlassen, mit denen man ihnen den Erwerb von Kinderpornografie nachweisen kann. Oder besser gesagt: nachweisen könnte. Den mit den Untersuchungen betrauten Behörden ist es nämlich schier unmöglich, die unter Pädophilie-Verdacht stehenden Personen im Pentagon zur Rechenschaft zu ziehen.

Pädophile Generäle und Schlapphüte

Die Ermittler stiessen 2006 im Rahmen einer Untersuchung von Internet-Zahlungen für Kinderpornografie auf die Namen von mehr als 5000 Amerikanern, darunter auch die Pentagon-Mitarbeiter: Generäle, Leute mit Geheimdienst-Verbindungen, Mitarbeiter des US-Verteidigungsministers.

Seither sind vier Jahre vergangen. Und kaum etwas ist passiert: Nur gegen 20 Prozent der mutmasslich pädophilen Pentagon-Mitarbeiter wurde in Sachen Kinderpornografie tatsächlich ermittelt. Das berichtet der amerikanische Online-Newsdienst «The Upshot». Er bezieht sich dabei auf offizielle Untersuchungsberichte, in denen alle heiklen Namen selbstverständlich geschwärzt sind.

Nur eine Hand voll landete vor Gericht

Vor Gericht musste sich gerade mal eine Hand voll der verdächtigten Pentagon-Mitarbeiter verantworten. Darunter ein Reserve-Captain der Armee und Staatsanwalt beim Militärgericht. Und ein ehemaliger Auftragnehmer bei der ultra-geheimen National Security Agency NSA, der sich nach der Anklage vermutlich nach Libyen absetzte.

Gegen 212 der im Verdacht stehenden Pentagon-Mitarbeiter wurde nicht einmal ermittelt, geschweige denn kamen sie vor Gericht. Es ist davon auszugehen, dass viele von ihnen ungehindert beim Pentagon Karriere machen. (noo)

play Das Pentagon: Wer hier ermittelt, hat einen schweren Stand. (AP)

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