ASHDOD – Ein Soldat wird kopfüber über Bord geworfen, andere mit Metallstangen niedergeknüppelt. Die israelischen Streitkräfte rechtfertigen ihren Einsatz gegen die Gaza-Aktivisten mit verschiedenen Videos.
In der ganzen Welt wird Kritik am brutalen Manöver der Israelis laut. Die israelischen Verteidigungskräfte wehren sich nun und veröffentlichen Videos, auf denen angeblich Soldaten zu sehen sind, die von einer Horde aufgebrachter Aktivisten zu Boden geknüppelt werden.
Ein anderes Video der Israelis zeigt verschiedene Waffen an Bord des Schiffes. So sind Steinschleudern, Gasmasken und Messer zu sehen – allerdings ohne Gesichter oder anderen Beweisen, die zeigen, dass es sich hierbei um Aufnahmen der «Mavi Marmara» handelt.
Entsprechen höhnen die Aktivisten von «Free Gaza» auf ihrem Twitter-Account: «Erstaunt, weswegen die Videos keinen Zeitstempel haben?» Auch Nahost-Experte Ulrich Tilgner will nicht ausschliessen, dass es sich um Fälschungen handeln könnte (siehe Interview unten).
Israel warnte derweil, dass es jedes weitere Hilfsschiff für den Gazastreifen stoppen werde. «Wir erlauben es Booten nicht, nach Gaza zu fahren, und die dort entstandene Terroristenbasis zu versorgen, die das Herz Israels bedroht», sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Matan Wilnai dem staatlichen Radio.
Denn die Organisatoren von der «Gaza-Solidaritätsflotte» geben trotz der Gewalt nicht auf: Sie kündigten an, dass zwei weitere Schiffe auf dem Weg in den Gazastreifen seien.
480 Aktivisten der Flotille sitzen im Gefängnis Beerscheva in der Negev-Wüste. So fehlt ihre Darstellung des Vorfalls. Israel lässt keinen Kontakt zu den Festgenommenen zu. Deshalb ist eine unabhängige Überprüfung der Angaben derzeit nicht möglich. (num)
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