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Die Ärzte im Militärspital Val-de-Grâce in Paris hätten sie nach mehrstündiger Untersuchung «mit guten Nachrichten überhäuft», sagte Betancourt gestern Abend dem Sender France 3. Sie sei überrascht von dem Befund, zumal sie über sechs Jahre im Dschungel verbracht habe. «Aber der Geist hilft, dass der Körper durchhält», sagte sie.
Trotz des von den Ärzten bescheinigten guten Gesundheitszustands sei ihr aber empfohlen worden, sich jetzt auszuruhen. Es werde noch einige zusätzliche Untersuchungen geben, wurde ihre Schwester Astrid Betancourt auf der Internetseite von «20Minutes» zitiert, aber es gebe «nichts Alarmierendes».
Die 46-Jährige war am Mittwoch in einem Überraschungscoup des kolumbianischen Militärs zusammen mit 14 anderen Geiseln aus der Gewalt der linken FARC-Rebellen befreit worden (Blick.ch berichtete).
Die spektakuläre Aktion sei etwa zehn Tage vorgezogen worden, sagte der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos gestern in Madrid. Sie hätten befürchtet, die Guerilla könnte von der Aktion erfahren und die eingeschleusten Agenten enttarnen.
«Die Gefahr, dass etwas durchsickern könnte, war sehr gross», sagte Santons. Das Risiko für die Entführungsopfer sei jedoch minimal gewesen.
Der Minister wies auch erneut Berichte zurück, es sei Lösegeld gezahlt worden. Diese Behauptung sei bloss ein Versuch, die Operation «Jaque» (Schach) in Verruf zu bringen. Zudem betonte er, es habe sich um einen «hundertprozentig kolumbianischen» Einsatz gehandelt.
«Wir haben den Köder ausgeworfen, und der Fisch hat angebissen», sagte Santos. «Als er angebissen hatte, haben wir Präsident Alvaro Uribe gefragt, ob wir den Fisch aus dem Wasser ziehen sollten», fuhr er fort. Der Staatschef habe ohne zu zögern grünes Licht gegeben.
Betancourt war im Februar 2002 von der linken Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) verschleppt worden. (SDA/hhs)