Der Baby-Schlächter tötete schon einmal!

  • Aktualisiert am 03.01.2012
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DENDERMONDE – Belgien unter Schock: Der Babykiller Kim de Gelder (20) mit dem Engelsgesicht richtete ein fürchterliches Blutbad an. Jetzt kam raus: Der Killer schlug schon einmal zu!

Freitagmorgen: Kim de Gelder (20) betritt die Kinderkrippe «Märchenland», geht zur Säuglingsabteilung, zückt ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge und sticht wahllos auf die Babys ein (Blick.ch berichtete).

Der irre Schlächter tötet Leon (6 Monate alt) und Corneel (9 Monate alt). Die Betreuerin Marita Blindeman (54) wird von Kim erstochen, als sie am Telefon um Hilfe ruft.

Schon vorher mordete er

Jetzt kam raus: Kim de Gelder stach schon vor dem Krippen-Amok zu! Der Staatsanwalt Christian Du Four sagte, er sei «auch der Täter in einem abscheulichen Verbrechen» an einer alten Dame am 16. Januar im nordbelgischen Beveren.

Ein zurückgezogen lebender Sonderling

Nach dem ersten Schock kommen die Fragen: Wer ist dieser Killer mit dem Mädchengesicht? Die Fakten: Kim de Gelder lebte alleine im Ort Sinaai, 12 Kilometer von Dendermonde entfernt. Er sei zurückgezogen lebender Sonderling gewesen, habe Gothic-Musik gehört.

Kim arbeitete in einem Geschäft für Dekorationsartikel im Ort Belsele. Doch vor zwei Wochen verlor er seinen Job. Seine ehemaligen Schulkameraden beschrieben ihn im belgischen Fernsehen als «stillen, aber intelligenten Jungen». Er komme aus einer intakten Familie, in der die Eltern gut für ihre Kinder sorgten, berichtet «Die Welt».

Er ist weder polizeilich bekannt noch konsumierte er vor der Tat Drogen oder Alkohol. Er befand sich auch nicht in psychiatrischer Behandlung, wie belgischen Medien zuerst berichteten.

Er plante seine grauenhafte Tat

Gerüchte ranken sich um Kims makabre Maskerade: Wollte er den «Joker» darstellen, den Filmbösewicht aus der Batman-Reihe? Denn Kim war bei seiner Tat geschminkt, das Gesicht weiss, die Augen schwarz. Und ein weiterer Fakt nährt diesen Verdacht: Heath Ledger, der den Joker im letzten Batman-Film darstellte, starb am 22. Januar 2008. Kim begang seine Tat ein Jahr danach – fast auf den Tag genau.

Kim hatte seine Tat geplant, berichtet der Staatsanwalt Christian Du Four. Der Täter trug bei seiner Festnahme eine kugelsichere Weste, im Rucksack hatte er ein Messer, ein Beil und eine täuschend echte Pistolenattrappe. Im Kindergarten wurden zwei weitere Messer gefunden, die ihm gehörten. «Aus dem Ablauf der Tat und den Waffen, die er bei sich trug, geht hervor, dass er alles geplant hatte», so Du Four.

Der Killer ist selbstmordgefährdet

Seit seiner Festnahme aber schweigt der irre Killer. Ausserdem weigert er sich zu essen, wird zurzeit im Krankentrakt des Gefängnis von Brügge künstlich ernährt. Er ist selbstmordgefährdet, berichtet die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Justizkreise.

Du Four bestätigte Berichte, dass der Verdächtige offenbar noch weitere Blutbäder in Kinderkrippen plante: Er habe eine Liste mit drei Krippen bei sich gehabt, darunter die, in der er am Freitag zwei Babys und eine Erzieherin ermordete. Ab heute versuchen drei Psychiater, zu Kim vorzudringen, irgendeinen Grund zu finden, warum er seine furchtbare Tat begangen hat.

Trauermarsch für die Opfer

Rund 8000 Menschen versammelten sich am Sonntag zu einem Trauermarsch in der Stadt Dendermonde. «Jeder hier kennt jemanden, dessen Kind verletzt oder getötet wurde», sagte eine Mutter während des Trauerzuges. «Die gesamte Gemeinde ist betroffen.»

Die Krippe wird nach dem Blutbad nicht wieder geöffnet werden. Die überlebenden Kinder und deren Eltern sollten künftig nicht täglich an das Verbrechen erinnert werden. Darum will die Stadtverwaltung das Gebäude künftig für andere kommunale Zwecke einsetzen. (num)

Der Babyschlächter mit dem Engelsgesicht: Kim de Gelder.- Dukas

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