Der Anti-Trump Stoppt Alain Juppé den Front National?

Am Sonntag bestimmen die französischen Republikaner in den Vorwahlen ihren Kandidaten für nächstes Jahr. Ausgerechnet Karrierepolitiker Alain Juppé (71) ist auch in Zeiten des Trump-Effekts noch immer der Favorit.

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Noch in der verrückten amerikanischen Wahlnacht wandten die ersten ihren Blick zurück in die Alte Welt, nach Paris. Denn wenn die sensationelle Wahl von Donald Trump einem grossen Trend folgt, droht im Mai 2017 das nächste politische Erdbeben – wenn Frankreich seinen neuen Präsidenten wählt.

Wer verhindert die Trump-Sensation von Europa?

François Hollande ist erledigt, da sind sich alle einig. Der amtierende Präsident ist bei seinen Landsleuten derart unbeliebt, dass er bei Wahlen gerade noch zwischen fünf und zehn Prozent erreichen würde. Alle erwarten, dass er sich diese Schmach nicht mehr antut. Wirklich interessieren wird alle, wie Marine Le Pen, Chefin des rechtsextremen Front National, abschneiden wird. Sie kann damit rechnen, im ersten Wahlgang am 23. April das beste Resultat zu machen. Wer kann sie dann noch stoppen, am 7. Mai die absolute Mehrheit zu holen? Wer verhindert die Trump-Sensation von Europa?

Der eigenartige Hoffnungsträger

Alain Juppé. Der 71-jährige Konservative, einst als Langweiler verspottet, sogar schon einmal wegen illegaler Parteienfinanzierung mit Gefängnis auf Bewährung bestraft, ist ein eigenartiger Hoffnungsträger. Die Basis seiner Partei, die neu gegründete Partei der Republikaner, steht mehrheitlich hinter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Besonders beliebt war Juppé in seinen 40 Jahren aktiver Politik ohnehin selten. Trotzdem wurde er in den letzten zwei Jahren so etwas wie der personifizierte konservativ-zentristisch-linke Schnittpunkt. Er führt seit 2015 praktisch jede Umfrage an. Er ist der Bürgerliche, der die besten Chancen hat, den rechtsextremen Durchmarsch aufzuhalten.

Zentristen und Linke bauen auf Juppé

Juppé weiss, dass er vor allem Projektionsfläche ist. Konservative sehen in ihm die Erfüllung ihrer Träume von Rentenreform und Wirtschaftsliberalisierung. Zentristen bauen auf Juppé, den Versöhner und Bildungspolitiker. Und Linke setzen auf Juppé, um Sarkozy die Rückkehr an die Macht zu verbauen. Und aus Angst vor Marine Le Pen.

Morgen ist die erste Runde in den Vorwahlen der Republikaner. Jeder Franzose, der zwei Euro zahlt und eine Deklaration konservativer Werte unterschreibt, darf mitwählen. Juppé wird linke und zentristische Fremdwähler brauchen. Es wird eng. Denn was gelten schon Umfragen – in der Woche zwei nach dem Trump-Schock?

Publiziert am 19.11.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
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  • Stefan  Buttliger 19.11.2016
    Smile...
    Von wo haben Sie Ihre Glaskugel? Scheint ein billiges Ding zu sein!
    Also, in meiner Glaskugel war zu sehen, wie zuerst in Italien und bald darauf auch in Frankreich, der Staat vollkommen die Macht über seine Bürger verlor, die sich nicht weiter zum Spielball der Mächtigen - also, des neuen Geldadels und der Banken - machen lassen wollten...
    Vielleicht schafft es eine PolitikerIn, dem entgegen zu wirken?
    "Ein echter Anführer, schaut zuerst auf die Seinen..." - soviel zum aktuellen Motto!
  • M  Müller aus Zürich
    19.11.2016
    Es ist zu hoffen, dass der Front National und AFD nicht gestoppt werden. Damit Ihr das versteht, schaut Euch im Internet das Referat von Dr.Daniele Ganser an "Die andere Wirklichkeit". Dann versteht Ihr was unsere heutige Obrigkeit mit uns macht. Dann versteht Ihr auch warum wir mit einem neuen Nachrichten Gesetz überwacht werden und warum wir unbedingt eine Energiewende brauchen. Es hängt alles zusammen - informiert Euch und versteht wie es läuft und hört auf gegen Euch selbst abzustimmen!
  • heinz  häusler 19.11.2016
    wieso muss die trump Sensation gestoppt werden ? es ist das Volk das eine Veränderung will und nicht die Politiker die machen wollen was ihnen gefällt ! es ist höchste zeit für einen wandel in der weltplitik !
  • german  schnyder aus erschmatt
    19.11.2016
    In europa brauchts mehrere donald Trumps.
    Sonst sind die einwohner auf verlorenem posten.
    Den immer mehr integration und einwanderung nimmt den alt eingesessenen
    Die arbeitsplaetze weg.
    Nicht zu vergessen die einheimische kultur geht mit all der multi kulti und globalisation alles kaputt.
    Nur donald Trump hat das eingesehen in der USA.
  • Stef  Wälti aus Fehri
    19.11.2016
    Das wäre DER Supergau, wenn Miss Le Pen gewinnen würde! Dann würde ich anfangen zu saufen, vor Freude. Das Zeichen wäre dann endgültig gesetzt. Keine Fragen mehr.