Sein Ziel war die königliche Familie Der Amok-Raser von Apeldoorn ist tot

  • Publiziert: 01.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

AMSTERDAM – Der 38-Jährige gab zu, dass er den Bus von Königin Beatrix rammen wollte. Sechs Menschen starben bei seiner Amok-Fahrt. Jetzt ist er seinen Verletzungen erlegen.

Einen Tag nach dem versuchten Anschlag mit einem Auto auf die niederländische Königin Beatrix ist der Attentäter seinen Verletzungen erlegen. Er starb heute um 2.58 Uhr nach einer Operation im Spital, meldete der niederländische Fernsehsender NOS.

Niederländischen Medienberichten zufolge war der Mann bereits gestern Abend klinisch tot. Schliesslich erlag er einem schweren Schädel-Hirn-Trauma, wie Staatsanwaltschafts-Sprecher Wim de Bruin sagte.

Mit dem Auto in die Menschenmenge

Der 38-Jährige war gestern bei einem Umzug zum niederländischen Nationalfeiertag in der Stadt Apeldoorn mit seinem Kleinwagen auf den offenen Festbus der Königin zugerast (siehe Video). Er durchbrach Absperrungen und riss 17 Menschen zu Boden. Vier Männer und zwei Frauen wurden getötet. Zwölf Menschen erlitten teils schwere Verletzungen – unter ihnen der Amokfahrer selbst.

Der Attentäter verfehlte jedoch das Fahrzeug mit der Königin, Kronprinz Willem-Alexander und dessen Frau Máxima. Sein Auto prallte gegen ein Denkmal. Bevor er ohnmächtig wurde, sagte der Mann Polizisten, er habe die königliche Familie treffen wollen.

Ermittlungen gegen Täter eingestellt

Genaueren Aufschluss über das Motiv und den Hergang der Tat hatten sich Ermittler von weiteren Befragungen des Mannes erhofft. Mit seinem Tod werden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt.

In der Wohnung des Amokfahrers fand die Polizei weder Waffen und Sprengstoff noch Hinweise auf mögliche Mittäter. Laut niederländische Zeitungen war der aus dem Osten des Landes stammende Mann verzweifelt, weil er seinen Job bei einem privaten Sicherheitsdienst verloren habe.

Die Niederlande nehmen Abschied

Derweil haben Zehntausende Niederländer in Kondolenzbüchern sowie auf Internetseiten ihr Beileid mit den Opfern und deren Hinterbliebenen bekundet. Auch aus allen Teilen der Welt seien Beleidsschreiben eingegangen, teilte ein Regierungssprecher mit.

In Apeldoorn wurde für heute zu einem Gedenkgottesdienst eingeladen. Bereits in der Nacht hatten viele Menschen am Ort des Geschehens Kerzen entzündet und Blumen niedergelegt. (SDA)

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