TUNIS - Die Attacken gegen westliche Einrichtungen erreichten heute sogar Australien. Bilder der Zerstörung zeigen, was die Demonstranten gestern alles anrichteten. Eine US-Schule in Tunis hackten sie regelrecht zu Kleinholz.
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«Wir werden standhalten»: US-Präsident Barack Obama an einer Trauerfeier für die in Bengasi getöteten US-Diplomaten. Rechts: Aussenministerin Hillary Clinton.
(Keystone )Tausende Demonstranten steckten die deutsche Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum in Brand und attackierten die Botschaft von Grossbritannien. Auch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo tobten die Proteste gegen einen hetzerischen Anti-Islam-Film. In der tunesischen Hauptstadt stürmten Demonstranten die US-Botschaft und eine amerikanische Schule. Insgesamt kamen bei den Unruhen mindestens neun Menschen ums Leben.
Die Zerstörung an den westlichen Einrichtungen in verschiedenen muslimischen Ländern ist gross. Die amerikanische Schule in Tunis hackte der wütende Mob regelrecht zu Kleinholz. Dies zeigen heute veröffentlichte Bilder aus dem Innern des Gebäudes.
Verletzte in Australien, Festnahmen in Frankreich
Währenddessen schwappte die Protestwelle bis nach Australien. In Sydney setzte die Polizei Tränengas gegen Hunderte demonstrierende Muslime ein, die zum US-Konsulat ziehen wollten. Es habe Verletzte gegeben, berichtete der Fernsehsender «ABC».
Auch in Europa ist es heute zu einer Protestaktion gekommen: Die französische Polizei ging in Paris gegen etwa 250 Demonstranten an einer unbewilligten Kundgebung vor der US-Botschaft vor. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Die Polizei nahm rund 100 Personen fest.
Grossmufti verurteilt die Angriffe
Die Welle der Gewalt hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Angriffe auf westliche Botschaften und forderte die Regierungen der betroffenen Staaten auf, ausländische Vertretungen effizient zu schützen.
Auch der Grossmufti von Saudi-Arabien verurteilte die Angriffe auf Botschaften und Diplomaten und bezeichnete sie als un-islamisch.
Al-Kaida: Rache für Tötung von Terror-Chef
Heute wurde zudem bekannt: Der tödliche Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi am vergangenen Dienstag war ein Racheakt für die Tötung des Vize-Chefs von Al-Kaida, des Libyers Abu Jahja al-Libi. Das erklärte die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) laut dem auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierten US-Unternehmen SITE.
Direkte Verantwortung für den Angriff, bei dem unter anderen der US-Botschafter Christopher Stevens getötet wurde, übernahm die Organisation aber nicht.
«Wir werden standhalten angesichts der Gewalt gegen unsere diplomatischen Missionen», sagte US-Präsident Barack Obama gestern bei einer Trauerfeier für die beim Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi getöteten Diplomaten. Das US-Militär und die Geheimdienste machten sich gemäss Medienberichten bereits an die Arbeit und jagen die Hintermänner des Angriffs. (SDA/noo)
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