BLICK-Expertin Eliane über das Doppelleben des TV-Stars Das Lächeln ist Kachelmanns Schutzmaske

  • Publiziert: 27.03.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Eliane Schweitzer
play Jörg Kachelmann lächelnd nach seiner Vernehmung beim Haftrichter im März: Er wollte sich den Medien zeigen. (Reuters)

Fernseh-Stars lächeln immer, auch wenn sie wissen müssten, dass der grosse Spass längst vorbei ist.

Da ist eine wahre Bombe geplatzt: Der sympathische Wetterfrosch Kachelmann soll eine langjährige Freundin vergewaltigt haben.

Was zuerst keiner glauben wollte: Der stets freundliche, noch immer jungenhaft wirkende Mann mit dem offenen Gesicht hat offenbar ein Doppelleben geführt. Ob er die Straftat begangen hat, ist unsicher. Die Vorwürfe brachten aber ans Tageslicht, dass er ein Leben zwischen zwei Frauen geführt und beide hintergangen hat.

So ahnte die Freundin in der deutschen Kleinstadt nicht, dass ihr berühmter Geliebter in den ersten Jahren, während denen ihre Beziehung sich festigte, zweimal Vater wurde, die Mutter seiner Kinder heiratete und später mit ihr nach Kanada zog. Was für Kachelmanns schauspielerisches und organisatorisches Talent spricht.

Aber auch für Skrupellosigkeit. Denn auch die spätere Ehefrau, die ihm im selben Jahr ein Kind gebar, als die Frau aus der Kleinstadt seine Freundin wurde, war sicher im Glauben, die einzige Frau an seiner Seite zu sein.

Ausgerechnet der Umstand, dass man nur sporadisch zusammenlebte, hielt beide Beziehungen vermutlich glücklich. Nach einigen Tagen oder Wochen Trennung freut man sich aufeinander. Freundin und Ehefrau genossen die Gemeinsamkeit, waren aber auch ganz gern für sich. Wäre es anders, hätten sie sich für einen anderen Mann entschieden.

Ihr gemeinsamer Mann hingegen hatte keine Beziehungs-Pausen, musste immer charmant sein und sexuelles Interesse signalisieren. Was für ein Stress! Zudem musste er ständig damit rechnen, dass sein Doppelspiel auffliegt.

Wie hält ein Mann das eigentlich aus? Wir reden ja nicht von einigen Monaten, sondern von etlichen Jahren! Im Fall Kachelmann scheint es, dass er abgehoben hat. Er, gut aussehend, beruflich erfolgreich und ein Promi, wurde umworben und verwöhnt. Er muss gedacht haben, er sei unangreifbar, unverwundbar.

Dann der Sturz. Im November die Scheidung, im Februar das dramatische Ende der Liebesbeziehung. Nach einer gerichtlichen Anhörung, auf dem Weg in den Gefängniswagen, lacht er den Journalisten zu. Er wirkt wie immer: jungenhaft, freundlich, sympathisch.

Die Bombe ist geplatzt. Aber Kachelmann gibt sich so, als sei nichts. So wird er gelächelt haben, wenn eine Frau misstrauisch wurde und eine eifersüchtige Frage stellte. Es ist seine Schutzmaske. Aber heute, bei solch schwerwiegenden Vorwürfen, befremdet dieses Lächeln. Es ist unmöglich Ausdruck seiner Befindlichkeit. Aber Jörg Kachelmann kann nicht anders, er spielt die Rolle des grossen Jungen immer weiter.

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BLICK-Sex-Expertin Eliane Schweitzer.

(BLICK)

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