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Die Lage insbesondere im Katastrophengebiet des Irrwaddy-Deltas ist gemäss dem britischen «Independent» nach wie vor unbeschreiblich: Überall sollen aufgeblähte Leichen umher treiben, geschwächten Menschen werde die Kleidung vom Leib gestohlen, im Trinkwasser trieben Tierkadaver.
In dieser Situation ist es unbegreiflich, was die Militär-Junta derzeit abzieht: Sie beschlagnahmte zwei Hilfslieferungen der Uno. Statt dass die Nahrungsmittel – unter anderem auch rund 38 Tonnen Energieriegel – und Geräte schnellstmöglich verteilt wurden, sind sie gemäss Uno am Flughafen in Rangun gelagert.
Die Uno hat nun die kleine Luftbrücke in das Katastrophengebiet gesperrt. «Wir werden unseren sehr kleinen Luftbrücken-Einsatz stoppen, bis wir von den Behörden Garantien bekommen», sagte Tony Banbury, Leiter des Uno-Programmes in Asien.
Gründe für die Beschlagnahmung gab es keine. Die Uno vermutet aber, dass die Junta die Hilfsgüter um jeden Preis unter die eigene Kontrolle bekommen will, damit sie selbst über die Verteilung bestimmen kann.
Dass dieses Machtspiel den Tod Tausender nach sich ziehen könnten, ist der burmesischen Führung offenbar egal. Wie zynisch dieses Regime ist, zeigt sich auch daran, dass Premierminister Then Sein sich in einer eigenen «Hilfsoperation» von den staatlichen Medien feiern liess: Er verteilte 20 Fernseher und zehn DVD-Player an Bedürftige – als ob diese nicht ums nackte Überleben ganz ohne Elektrizität kämpfen würden!
So sind die Opfer der Sturmkatastrophe ganz auf sich gestellt. Mönche und Freiwillige tun zwar ihr Bestes, doch auch sie sind dringend auf Hilfslieferungen angewiesen. «Die Regierung wird Aussenstehende nicht in die zerstörten Gebiete lassen. Die Regierung kümmert sich lediglich um ihre Stabilität. Sie kümmern sich nicht um die Not der Menschen», wird ein Lebensmittelhändler aus Rangun auf «Spiegel Online» zitiert.
Die Behörden treiben derweil ihr Machtspiel weiter. Heute teilte das Aussenministerium mit, man sei dankbar für die Hilfslieferungen aus dem Ausland, wolle diese aber lieber selber verteilen. Und die Zeitung «Neues Licht aus Burma» schreibt: Hilfslieferungen sind willkommen, ausländische Katastrophenmanager und Reporter aber nicht. (SDA/gux)