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Dieser Diebstahl sorgt in Portugal für Aufsehen: Der stellvertretende Fraktionschef der Sozialisten-Partei, Ricardo Rodrigues, hat ein Interview auf aussergewöhnliche Weise beendet. Nachdem zwei Redaktoren des Nachrichtenmagazins Sábado ihn immer wieder angriffslustig mit Fragen löcherten,
stand Rodrigues empört auf und steckte das Tonband der Journalisten in den Hosensack.
Der Politiker rechtfertigte seine Tat in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. «Ich war durch die inquisitorischen Fragen der Journalisten einer unerträglichen psychischen Gewalt ausgesetzt», sagte Rodrigues. «Ich habe darauf unreflektiert reagiert.» Die Fragen hätten auf falschen und konstruierten Sachverhalten beruht.
In dem Interview ging es um eine Verwicklung des Politikers in einen Betrugsfall sowie einen Pädophilen-Skandal auf den Azoren. Die Journalisten nahmen Rodrigues vor allem zu Letzterem in die Zange, obwohl die Staatsanwaltschaft vor Jahren erklärt hatte, dass sie gegen Rodrigues nicht ermittelt.
Rodrigues sagte nun, er habe wegen übler Nachrede eine einstweilige Verfügung gegen die Journalisten sowie das Magazin Sábado beantragt. Die Journalisten schlugen daraufhin findig zurück: Sie veröffentlichten das Video, auf dem der Diebstahl dokumentiert ist, im Internet. (prp)