DAMASKUS - Bei einem Bombenanschlag in Damaskus kamen enge Vertraute Assads ums Leben. Der Diktator selbst soll die Hauptstadt bereits verlassen haben.
Ein Selbstmordanschlag erschüttert heute die Hauptstadt Damaskus. Der Attentäter zündet die Bombe vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte – dort fand gerade ein Treffen von Ministern und hohen Sicherheitsoffizieren statt.
Durch die Explosion im Al-Rawda-Viertel kamen mindestens fünf Menschen ums Leben: Darunter der syrische Verteidigungsminister Dawoud Rajha und sein Vertreter Assef Shawkat. Shawkat ist Assads Schwager. Als Rajhas Nachfolger wurde wenige Minuten später General Fahd Dschasim al-Fredsch ausgerufen. Auch der Vize-Kommandant der Streitkräfte Hassan Turkmani starb, wie das syrische Staatsfernsehen berichtet.
Verletzt worden seien Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar, ausserdem zahlreiche Angehörige der Sicherheitskräfte. Augenzeugen berichten, dass dem Bombenanschag weitere Explosionen in der Stadt folgten.
Die Freie Syrische Armee (FSA) hat sich zum Anschlag bekannt. Ihr Sprecher Qassim Saadedine verkündete: «Das ist erst der Anfang, das ist der Vulkan von dem wir gestern redeten.»
Es wird noch spekuliert, ob der Anschlag das Werk eines Selbstmordattentäters ist oder durch eine Autobombe ausgelöst wurde. Der Attentäter soll gemäss der Nachrichtenagentur Reuters als Bodyguard in Assads engerem Umfeld gearbeitet haben.
Syrische Aktivisten berichtet während dessen, das Flugzeug von Präsident Baschar al-Assad sei vom Flughafen Messe in Damaskus aus gestartet. Sie beriefen sich dabei auf Offiziere auf dem Militärflughafen.
Eine Bestätigung von unabhängiger Seite lag für diesen Bericht, der in einem internen Forum der Regimegegner verbreitet wurde, nicht vor.
Das angegriffene Gebäude befindet sich im Zentrum der syrischen Hauptstadt in einem stark abgesicherten Viertel. Die Behörde für Nationale Sicherheit wird von General Hischam Ichtiar geleitet. Der 71-jährige General gilt als eine der treibenden Kräfte bei der Niederschlagung der syrischen Aufständischen, die seit dem März 2011 den Sturz der Führung um Präsident Baschar al-Assad anstreben.
Der getötete Vize-Verteidigungsminister Assef Shawkat, der Schwager Assads, war eine der gefürchtetsten Figuren im inneren Zirkel des Präsidenten. Er war lange Syriens Sicherheitschef und hatte grossen Einfluss auf Militäroperationen.
(SDA/num/sax)
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