Bombenanschlag in Damaskus «Das ist erst der Anfang»

DAMASKUS - Bei einem Bombenanschlag in Damaskus kamen enge Vertraute Assads ums Leben. Der Diktator selbst soll die Hauptstadt bereits verlassen haben.

  • Publiziert: 18.07.2012, Aktualisiert: 19.07.2012
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Ein Selbstmordanschlag erschüttert heute die Hauptstadt Damaskus. Der Attentäter zündet die Bombe vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte – dort fand gerade ein Treffen von Ministern und hohen Sicherheitsoffizieren statt.

Durch die Explosion im Al-Rawda-Viertel kamen mindestens fünf Menschen ums Leben: Darunter der syrische Verteidigungsminister Dawoud Rajha und sein Vertreter Assef Shawkat. Shawkat ist Assads Schwager. Als Rajhas Nachfolger wurde wenige Minuten später General Fahd Dschasim al-Fredsch  ausgerufen. Auch der Vize-Kommandant der Streitkräfte Hassan Turkmani starb, wie das syrische Staatsfernsehen berichtet.

Verletzt worden seien Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar, ausserdem zahlreiche Angehörige der Sicherheitskräfte. Augenzeugen berichten, dass dem Bombenanschag weitere Explosionen in der Stadt folgten.

Die Freie Syrische Armee (FSA) hat sich zum Anschlag bekannt. Ihr Sprecher Qassim Saadedine verkündete: «Das ist erst der Anfang, das ist der Vulkan von dem wir gestern redeten.» 

Es wird noch spekuliert, ob der Anschlag das Werk eines Selbstmordattentäters ist oder durch eine Autobombe ausgelöst wurde. Der Attentäter soll gemäss der Nachrichtenagentur Reuters als Bodyguard in Assads engerem Umfeld gearbeitet haben.

Syrische Aktivisten berichtet während dessen, das Flugzeug von Präsident Baschar al-Assad sei vom Flughafen Messe in Damaskus aus gestartet. Sie beriefen sich dabei auf Offiziere auf dem Militärflughafen.

Eine Bestätigung von unabhängiger Seite lag für diesen Bericht, der in einem internen Forum der Regimegegner verbreitet wurde, nicht vor.

Immer wieder Tote bei Anschlägen in Damaskus

Das angegriffene Gebäude befindet sich im Zentrum der syrischen Hauptstadt in einem stark abgesicherten Viertel. Die Behörde für Nationale Sicherheit wird von General Hischam Ichtiar geleitet. Der 71-jährige General gilt als eine der treibenden Kräfte bei der Niederschlagung der syrischen Aufständischen, die seit dem März 2011 den Sturz der Führung um Präsident Baschar al-Assad anstreben.

Gefürchtete Figur

Der getötete Vize-Verteidigungsminister Assef Shawkat, der Schwager Assads, war eine der gefürchtetsten Figuren im inneren Zirkel des Präsidenten. Er war lange Syriens Sicherheitschef und hatte grossen Einfluss auf Militäroperationen.

(SDA/num/sax)

Kann Assad den Kopf noch aus der Schlinge ziehen?»

  • 41,1% Nein, sein Regime wurde durch das Attentat im Mark getroffen.
  • 36,3% Ja, Russen und Chinesen werden ihn nie fallen lassen.
  • 22,6% Der ist längst schon weg.

Beliebteste Kommentare

  • Philippe  Lustenberger , Steffisburg , via Facebook
    Obwohl ich grundsätzlich gegen das Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" bin, so freut es mich trotzdem, dass nun die Mischer des Blutcoctails selber davon kosten dürfen. Das ist immerhin noch besser als die peinlichen diplomatischen Protestnoten und Vermittlungsversuche der UNO. Bei dieser Gelegenheit sollte sich die UNO darüber Gedanken machen, ob das Vetorecht der Atommächte im Sicherheitsrat heute noch zeitgemäss ist und ob man sich weiterhin von 2 ausgewiesenen Diktaturen den Mund verbieten lassen will. Während die einen staatspolitisch zocken werden zeitgleich Frauen und Kinder ungehindert massakriert. In 10-15 Jahren werden wir mit viel Glück die Spitze des syrischen Regierung in Den Haag vor dem Tribunal sehen, sie werden Gedenktage abhalten und Geberkonferenzen ausrichten um Geld für den Wiederaufbau eines komplett zerstörten Landes zu sammeln. In Tat und Wahrheit wird es aber so sein, dass sie einfach zu bequem und feige waren einen Tyrannen daran zu hindern, sein Volk abzuschlachten. Wir fliegen zum Mond, verteilen Milliarden die gar nicht existieren und sonnen uns im Licht unserer vermeintlich zivilisierten Gesellschaft während am Rande dergleichen Menschen um ihre Existenz kämpfen. Ich hoffe das Urteil der Geschichte über uns fällt weniger hart und unerbittlich aus als wir uns im Moment gerade zeigen.
  • Kofmel  Peter , via Facebook
    Es bleibt zu hoffen dass dieser Tyran in etwa endet wie Sadam. Die Russen & Chinesen unterstûzen diese Môrderbanden, bis das Volk abgeschlachtet,die Stâdte zerstôrt sind. Die UNO ist ein Machtloser Haufen.

Alle Kommentare (12)

  • Vladimir  Bobot , via Facebook
    Betrachten sie, bitte, nüchtern, die Ergebnisse der "Demokratisierung" in Irak, Libyen, Afghanistan, usw.
    Wieso nicht Saudi Arabien demokratisieren? Dort werden die Frauen immer noch gesteinigt.
    "Gut ist wen wir den Stamm nebenan überfallen, Männer töten und Frauen vergewaltigen. Schlecht ist wen sie uns das gleiche tun." Ist das euer Demokratieverständnis, liebe Mitleser? Terroranschläge einerseits begrüssen, anderseits verurteilen? Kopf ist nicht nur zum Haare waschen da.
    • 19.07.2012
    • 9
    • 3
  • Rees  Keller , Basel
    China und Russland haben Veto eingelegt als es darum ging, Sanktionen gegen das syrische Regime auszusprechen. Durch dieses Veto konnte das Assad-Regime unter dem Schutz von China und Russland systematisch Frauen / Mädchen vergewaltigen, ältere Menschen, Jugendliche und Kinder umbringen lassen. Dieses Veto-Recht verstösst meiner Meinung nach gegen sämtliche Menschenrechte, vor allem dann, wenn es wie jetzt im Fall Syrien eigesetzt wird. Für mich stellt sich schon lange die Frage, was denn die UNO noch für eine Daseinsberechtigung hat. Hätte Syrien wertvolle Rohstoffe, hätte man vermutlich schon lange eingegriffen wie das in Afghanistan und dem Irak der Fall gewesen ist.
    • 18.07.2012
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  • Adrijana  Berishaj , St. Gallen
    Bashar assad wird gleich enden wie gadhaffi, hussein und co. Unabhängig davon was er seinem volk antut, freue ich mich keunesfalls auf eine öffentliche hinrichtung wie in den fällen zuvor. Ich hoffe, er kommt doch noch zur vernunft und tritt, vorallem seiner familie zuliebe, von allen ämtern ab. Möglicherweise hat seine frau doch mehr einfluss als wir denken. Die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...
    • 18.07.2012
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  • Hanspeter  Rüegg
    Ich hoffe nur, dass wir dann nicht wieder Tausende von Asylanten aus Syrien bei uns aufnehmen müssen, die von den Islamisten vertrieben werden. Die Aufständischen werden im Ausland schönfärberisch als Freiheitskämpfer dargestellt. Viele werden sich noch wundern was da für Leute an die Macht kommen werden.
  • Hampi  Rohde , via Facebook
    Wird wohl keine Sommerferien geben für Fam. Assad in diesem Sommer.
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