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Erst explodiert seine Förder-Plattform, dann fliessen 800‘000 Liter Rohöl pro Tag in den Golf von Mexiko. Schliesslich versuchen seine Helfer versuchen mit 1,5 Millionen Liter Chemikalien den Ölschlick aufzulösen – ohne den geringsten Erfolg.
Jetzt verkündet BP-Boss Tony Hayward allen Ernstes, das sei nur ein Tropfen im Ozean: «Die Menge des Öls und der Chemikalien ist winzig im Vergleich mit der totalen Menge an Meereswasser.» Wie bitte? Der Manager doppelt gleich nach: «Der Golf von Mexiko ist eben ein sehr grosses Meer.»
Tony Hayward glaubt unverrückbar an ein Happy-End: «Wir werden es in Ordnung bringen», sagt er. «Wir wissen nur noch nicht wann.»
Umweltschützer können ob den Hayward-Phrasen nur wütend den Kopf schütteln: «Das sind Märchen!», sagt Rick Steiner, ein Greenpeace-Wissenschaftler. «Man kann eine solche riesige Ölpest nicht einfach aufputzen.»
Seit das Öl im Golf von Mexiko ins Meereswasser sprudelt, herrscht bei BP das Chaos. Der Riesenkonzern hat schon 30 Milliarden Dollar an Wert verloren. Die Rettungsarbeiten und der Kampf gegen Schäden könnten weitere 14 Milliarden kosten (Blick.ch berichtete).
Doch Hayward lässt sich nicht bremsen: Er sei «echt stolz» auf die Bemühungen des Konzerns, das Leck im Golf zu stopfen. Funktioniert hat bisher allerdings noch keine.
Das lukrative Geschäft mit den Ölförder-Plattformen auf hoher See will sich der CEO von BP durch die Katastrophe nicht vermiesen lassen, obwohl die Forderungen nach einem Verbot von Bohrinseln immer lauter werden: «Dieses Ereignis wird das Geschäft zweifellos verändern», posaunt Hayward. «Aber Apollo 13 hat das Raumfahrt-Programm auch nicht gestoppt.»
Für solche Aussagen würden ihn die Umweltschützer am liebsten mit ebendiesem Raumprogramm auf den Mond schiessen. (bih)
Ölschlick im Golf von Mexiko: Laut BP «nur ein Tropfen im grossen Ozean».- Keystone