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Am Samstag sieht Elisabeth F.* nach 24 Jahren wieder Tageslicht. Für ihre drei Kinder im Alter zwischen 5 und 19 Jahren ists sogar da erste Mal! Sie kannten bis anhin nur das künstliche Licht im Kellerverlies.
Ein Baby war in der Gefangenschaft gestorben. Aber drei andere Kinder (13,14,15), die Elisabeth während ihrer Kellergefangenschaft von ihrem eigenen Vater austrug, lebten ein ganz normales Leben – wenige Meter von ihrer als verschollen geglaubten Mutter entfernt! Sie seien «bestens erzogen und bei guter Gesundheit», wie die österreichischen Behörden der «Krone» zufolge mitteilten. Dass auch sie von ihrem Grossvater sexuell missbraucht wurden, ist derzeit nicht anzunehmen.
Vater «vital», Tochter «fahl»
Die heute 42-jährige Elisabeth F.* wird jetzt zusammen mit ihren Kindern sowie mit ihrer Mutter, der Ehefrau des Verdächtigen, in einer psychiatrischen Klinik betreut. Sie ist gemäss Polizei in sehr schlechter Verfassung. Die Jahre im Kellerverlies haben die junge Frau stark gezeichnet: Sie sei «extrem bleich», regelrecht «fahl» und sehe 20 Jahre älter aus als sie tatsächlich ist.
Peiniger Josef F.* (73) hingegen beschreiben Ermittler als «vital» und «umtriebig». Er wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Nach anfänglichem Schweigen gebe es Anzeichen, dass der Mann doch noch zu reden beginne. So hatte er gestern der Polizei den Eingang zum Verlies in seinem Haus gezeigt und auch den Zugangscode dafür verraten.
Gummizelle und eine Kochplatte
Jetzt suchen Ermittler den Keller auf jeden Zentimeter ab. Allerdings mit grosser Vorsicht, denn man befürchtet, dass der sadistische Josef F. Fallen gelegt haben könnte, um Flucht- oder Zugangsversuche zu verhindern. Das Verlies stellt sich als regelrechte Anlage unter dem Einfamilienhaus heraus – und das mitten in einem belebten Wohnquartier.
Mehrere Räume hatte Josef F. angelegt – sogar eine Gummizelle wurde gefunden! Die beengten Verhältnisse des Kellergefängnisses machen es unmöglich, dass sich zu viele Polizisten aufs Mal dort aufhalten können. Die engen Räume waren lediglich mit Betten ausgestattet. In einem weiteren Raum gabs eine Kochplatte. Das Verlies hatte aber auch sanitäre Anlagen wie WC und Duschgelegenheiten, wie Oberst Franz Bolzer gegenüber der «Krone» berichtet.
Man fand elektrische Anschlüsse und eine Heizung. Auch eine Luftzufuhr muss es gegeben haben. Kurz: Josef F. hatte sich mit dem Ausbau des Kellers wohl über Jahre beschäftigt, bevor er seine Tochter im Alter von 18 Jahren dorthin verschleppte, mehrfach schwängerte und seither nicht mehr hinausliess. (gux)
*Name der Redaktion bekannt