Damit Teenies nicht immer müde sind: Erste Schule führt Gleitzeit ein

In der Pubertät verschiebt sich die natürliche Schlafenszeit. In Deutschland ist nun ein Test zur Entlastung der Schüler gestartet.

Schlafender Schüler im Klassenzimmer. play
Nickerchen im Klassenzimmer: Jugendliche sind von Natur aus Morgenmuffel. Getty Images

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Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin verschiebt sich in der Pubertät um zwei bis drei Stunden. Die Jugendlichen gehen aus diesem Grund später ins Bett und stehen später auf – wenn der Stundenplan ihrer Schule dies zulässt. Das Gymnasium Alsdorf im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen testet zurzeit den gleitenden Unterrichtsbeginn, um seinen Schülern ein Stück weit entgegenzukommen.

Spezielles Unterrichtsmodell machts möglich

Die Jugendlichen dürfen selbst entscheiden, wann sie zwischen 8 Uhr und 8.50 Uhr mit der Schule beginnen wollen. Möglich macht dies das sogenannte Dalton-Unterrichtskonzept, bei dem sie in Zwischenstunden selbständig unter Aufsicht lernen. Langschläfer erhalten in Alsdorf statt frühmorgens in der Mittags- oder einer anderen Pause die Gelegenheit dafür.

Der Versuch soll zeigen, ob die Leistungsfähigkeit der Schüler zunimmt, wenn sie sich nach ihrer inneren Uhr richten dürfen.

Fürs Lernen wichtige Schlaf-Phase

Wissenschaftler warnen: In den frühen Morgenstunden unterrichtet man die Jugendlichen im Prinzip während der zweiten Hälfte ihrer Nacht. Zudem fällt ausgerechnet die fürs Lernen wichtige sogenannte Rem-Phase ans Ende der Schlafenszeit.

Versuche hätten gezeigt, dass die Schüler «in der ersten Unterrichtsstunde immer wieder in einen Mikroschlaf fallen, Episoden, in denen sich das Gehirn kurzfristig abmeldet», sagt Chronobiologe Till Roenneberg zur Nachrichtenseite «aachener-zeitung.de». Roenneberg begleitet den Versuch wissenschaftlich.

Vorstösse in der Schweiz

In der Schweiz hat der Kantonsrat St. Gallen im Februar einen Vorstoss für einen späteren Unterrichtsbeginn abgelehnt. In Zürich ist ein entsprechendes Anliegen der SP hängig und soll bei der nächsten Bildungsdebatte im Kantonsrat diskutiert werden. (noo)

Publiziert am 16.03.2016 | Aktualisiert am 04.05.2016
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28 Kommentare
  • sixtus  hochstrasser aus villmergen
    17.03.2016
    owohl ich diesen test auch einen witz finde, möchte ich bemerken (anscheinend haben auch einige kommentatoren hier im forum auch noch geschlafen), dass dieser test in deutschland stattfindet und unser schweizer schulsystem "noch" nicht betroffen ist.
  • Cornelia  Müller aus Landiswil
    17.03.2016
    Geht am Abend früh ins Bett, schaltet Handys, Laptop und Fernsehen ab, dann klappts auch wieder mit dem Aufstehen !
  • Werner  Brickenbach 17.03.2016
    Das finde ich eigentlich gar nicht mal so schlecht muss ich ehrlich zugeben. Es wird heute so viel verlangt dass mehr Schlaf in der Schule/ im Studium sehr hilfreich wäre. Das Problem ist nur eines... ich bin mir sicher das wenn die Leistungsfähigkeit der Schüler zunimmt wird einfach wieder mehr verlangt von der Schule... der Vorteil für die Schüler hebt sich damit wieder auf.
  • Priska  Seglias 17.03.2016
    Jetzt reichts langsam. Die Jungen müssen darauf vorbereitet werden, dass sie später auch nicht sagen können, hey Chef, morgen will ich ausschlafen. Aber eben, ein unbedingtes Einkommen von Fr. 2500.- fordern, damit die lernfaulen Schüler weiterpennen können. Schafft doch am besten alle Schulen ab, sie kriegen ja sowieso von den Arbeitenden ihr Geld, fragt sich nur wie lange, denn wenn niemand mehr arbeitet gibts auch keine Kohle mehr für den Staat.
    • Marco  Weber 17.03.2016
      Wurden Sie damals in der Schule auf das Geschäftsleben vorbereitet? Wohl kaum oder? Aber hauptsache man konnte mal wieder ein bischen jammern! Was soll den daran schlecht sein? Raten Sie mal wiso es in vielen Büros mitlerweile Gleitzeit gibt? Wiso es Homeoffice gibt? Mal darüber Gedanken gemacht?
    • Hansueli  Aschwanden aus Bern
      17.03.2016
      Die Frage ist eher, wieso man im Geschäftsleben immer noch so stur an der Meinung festhält: Arbeitszeit von 8:00 bis 12 und 13:00 bis 17:00. Es ist doch wirklich kein Problem Gleitzeiten einzuführen, dann ist es doch wirklich egal, ob einer jetzt sagen wir um 10 Uhr anfängt und statt 17 Uhr erst um 19 Uhr heimgeht, während sein Arbeitsplatz Nachbar schon um 16 Uhr Feierabend hat und dafür um 7 Uhr zur Arbeit erscheint.
  • Betty  Rüdisüli 17.03.2016
    Gerade in der Oberstufe, wo Schüler noch aus den Nachbarorten anreisen, sollte die Schule nicht um 07:30 h beginnen. Wann stehen diese Kinder auf? Um 06:00 h? Und dann beklagen sich die Lehrer, die Schüler würden mit leerem Magen in die Schule kommen. Na kein Wunder, wer da da auch noch Zeit für ein Zmorge?