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Landung, 15.02: Uhr Für die Heimreise liess Leuenberger extra den Bundesratsjet einfliegen. (Siggi Bucher/Keystone, Fotomontage SonntagsBlick)
Herr Bundesrat, aus dem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll ist nichts geworden. War Kopenhagen ein Fiasko?
Moritz Leuenberger: Klimapolitisch haben sich die Länder, die mehr als 90 Prozent des CO2 ausstossen, zu konkreten Senkungen verpflichtet. Das empfinde ich als Erfolg, der nicht zuletzt durch den weltweiten moralischen Druck in den letzten zwei Jahren möglich geworden ist. Und darauf haben sich alle verpflichtet, auch die Schweiz.
Warum dann die Aufregung um ein rechtlich bindendes Klimaschutz-Abkommen?
Es wäre viel besser gewesen, eine für alle Staaten geltende rechtlich verbindliche Vereinbarung abzuschliessen. Dass wir das nicht erreicht haben, ist schade. Aber man darf die Erfolge auf der klimapolitischen Ebene jetzt auch nicht durch Bewertungen wie «Fiasko» völlig übersehen.
Aber ein Erfolg war Kopenhagen auch nicht, oder?
Die Organisation der Konferenz ist ein ganz anderes Thema. Wie das durchgezogen wurde, wie viele Delegierte bis zum Schluss über den Verfahrensstand im Ungewissen gelassen wurden, wie dann zum Ende des Gipfels noch einige – zugegeben wichtige – Staatschefs kamen und selbst verhandelten, das hatte keinen demokratischen Stil. Da hat die dänische Präsidentschaft etwas grobschlächtig gewikingert. Das wäre auch anders gegangen.
Ist das Uno-System in Kopenhagen an seine Grenzen gestossen?
Das Ziel war zu vermessen. Man kann nicht das Klima, die Probleme der Armut, der Migration und des Krieges zusammen aufgreifen und in einem einzigen Konsenspapier abschliessend regeln wollen. Die Experten erarbeiteten während zweier Jahre Tonnen von detailverliebten Papieren. Erst im letzten Augenblick kamen die Politiker dazu, die ja eher in grossen Strategien denken und regieren, und sollten das alles verbindlich absegnen. Das konnte nicht gut kommen.
Und Ihre Erkenntnis aus dem Kopenhagen-Gipfel?
Wahrscheinlich müssen wir für die Zukunft innerhalb der Vereinten Nationen neue Formen entwickeln.
Was ändert sich nach Kopenhagen für die Schweizer Klimapolitik?
Da ändert sich nichts. Was wir versprochen haben, werden wir halten. Aber wir müssten ja eigentlich mehr tun, nämlich 40 Prozent CO2-Ausstoss abbauen. Nach Kopenhagen kann ich nicht in die Schweiz zurückkommen und dies fordern. Das geht nicht mehr.