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30. September 2005: In einer der grössten dänischen Tageszeitungen, «Jyllands-Posten», erscheinen zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed.
12. Oktober: Botschafter muslimischer Staaten und der palästinensische Repräsentant in Dänemark verlangen in einem Brief ein Treffen mit Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. Ausserdem fordern sie ihn auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
21. Oktober: Fogh Rasmussen lehnt ein Treffen mit der Begründung ab, die Beschwerdeführer könnten sich an ein Gericht wenden.
28. Oktober: Eine Vereinigung dänischer Muslimgruppen reicht eine Klage gegen «Jyllands-Posten» ein, die aber abgewiesen wird.
Dezember-Januar: Auf einer Reise durch den Nahen Osten suchen die Muslimgruppen Unterstützung bei religiösen und politischen Führern.
1. Januar 2006: Die dänische Regierung verurteilt alle Äusserungen oder Taten, die Menschen wegen ihrer Religion oder Herkunft dämonisierten. Fogh Rasmussen beruft sich aber auf die dänische Meinungsfreiheit.
10. Januar: Die christliche norwegische Zeitung «Magazinet» druckt die Karikaturen nach.
25. Januar: Religiöse Führer in Saudi-Arabien verlangen die Bestrafung von «Jyllands-Posten» für die Veröffentlichung der Zeichnungen.
26. Januar: Aus Protest ruft Saudi-Arabien seinen Botschafter aus Dänemark zurück. Einwohner des muslimischen Landes boykottieren dänische Produkte, Supermärkte nehmen dänische Waren aus den Regalen. Der Protest zieht in den nächsten Tagen immer weitere Kreise im Nahen Osten.
30. Januar: Nach den empörten Reaktionen in der islamischen Welt entschuldigt sich die Zeitung «Jyllands-Posten» für die Karikaturen auf ihrer Website. Der Chefredakteur erklärt, die Zeichnungen hätten nicht gegen dänische Gesetze verstossen, aber unzweifelhaft viele Muslime beleidigt.
31. Januar: Fogh Rasmussen ruft alle Beteiligten auf, den Streit nicht weiter eskalieren zu lassen. Dänische Muslime lehnen die Entschuldigung der Zeitung als nicht ausreichend ab.
1. Februar: Deutsche Tageszeitungen drucken die Karikaturen über den Propheten Mohammed ab. Auch in Frankreich, den USA Grossbritannien, Italien, Spanien, Jordanien und anderen Ländern werden die Zeichnungen nachgedruckt.
2. Februar: Als Konsequenz aus der Veröffentlichung wird der Chefredakteur der Pariser Zeitung «France-Soir» entlassen. Bewaffnete Kämpfer drohen unterdessen mit der Entführern von Bürgern aus Dänemark, Frankreich, Norwegen und Deutschland, falls sich die Regierungen dieser Staaten nicht formell entschuldigten. Ein deutscher Lehrer wird im Westjordanland kurzzeitig entführt.
3. Februar: Die Regierung in Kopenhagen lädt mehr als 70 Botschafter zu einem Treffen ein. Der ägyptische Botschafter bezeichnet die Reaktion der Regierung auf die Kontroverse als nicht adäquat. Auf ein französisches Kulturzentrum in Gaza wird ein Brandbombenanschlag verübt.
4. Februar: Das deutsche Kulturzentrum und das Büro der EU-Kommission in Gaza werden angegriffen. Syrische Demonstranten setzen die dänische und norwegische Botschaft in Damaskus in Brand. Ein südafrikanisches Gericht verbietet Zeitungen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen.
5. Februar: Libanesische Demonstranten setzen das Gebäude in Brand, in dem die dänische Botschaft in der Hauptstadt Beirut untergebracht ist. Die Vertretung selbst wird nach Polizeiangaben vom 6. Februar nicht beschädigt. Der Iran beruft unterdessen seinen Botschafter in Dänemark zurück nach Teheran.
6. Februar: Zum Teil gewaltsame Demonstrationen werden auch aus Städten in Indien, Afghanistan, Indonesien, Thailand und dem Irak gemeldet.