Christmesse im Petersdom Papst erinnert an notleidende Menschen

ROM - Papst Franziskus hat an Heiligabend an notleidende Menschen erinnert. Tausende Gläubige versammelten sich am Samstagabend im und vor dem Petersdom, um der Predigt des katholischen Kirchenoberhauptes während der Christmesse zuzuhören.

Der Papst zelebriert die Christmesse im Petersdom in Rom. play
Der Papst zelebriert die Christmesse im Petersdom in Rom. Keystone/AP/ALESSANDRA TARANTINO

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Drama auf der Wildsau-Pirsch Jäger trifft Liebespaar – tödlich
2 Schweizer Mädchen Que (6) und Mutter wieder vereint Jetzt spricht...
3 Trump über Merkel, Aleppo und Nuklearwaffen Der Zerfall der EU ist...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
6 shares
Fehler
Melden

Papst Franziskus erinnerte in seiner Weihnachtspredigt an das Leid vieler Flüchtlingskinder und rief zu mehr Mitgefühl auf. «Denken wir an das Kind in der Krippe», sagte Franziskus mit Blick auf die Geburt Jesu in der Weihnachtsgeschichte. Man müsse sich aber auch der Kinder annehmen, die gerade nicht in einer Wiege lägen und von der Liebe einer Mutter und eines Vaters umgeben seien.

Stattdessen erinnerte er an Kinder, die im Krieg oder auf der Flucht aufwachsen. An diejenigen «im unterirdischen Bunker, um den Bombardierungen zu entkommen; auf dem Bürgersteig einer grossen Stadt, auf dem Boden eines mit Migranten überladenen Schleppkahns». Zugleich gäbe es Kinder, die hungern, oder solche, die nicht Spielzeug, sondern Waffen in den Händen hielten.

Seit Beginn seiner Amtszeit stellt der Argentinier die notleidenden Menschen in den Mittelpunkt und findet klare Worte in Kriegs- und Krisenzeiten. Er will die Kirche zu einer Kirche der Armen machen. Gott tauche in eben dieser Einfachheit auf: «Er erscheint nicht im Nobelsaal eines königlichen Palastes, sondern in der Armut eines Stalls», sagte der Papst in seiner Predigt.

Menschen haben «unersättliche Ansprüche»

An Weihnachten stehe Gott aber für viele nicht mehr im Mittelpunkt, beklagte der Argentinier. Weihnachten werde zu einem Fest, «bei dem die Hauptfiguren wir sind und nicht Er», sagte Franziskus. Er rief dazu auf, sich auf das Wesentliche zu besinnen und auf «unsere unersättlichen Ansprüche» zu verzichten. «Es wird uns gut tun, diese Dinge loszulassen, um in der Einfachheit des Gotteskindes den Frieden, die Freude und den Sinn des Lebens wiederzufinden.»

In und um den Petersdom hatten sich Tausende Gläubige versammelt, um die Christmesse und die Worte des katholischen Kirchenoberhauptes zu verfolgen. Auf dem Petersplatz erstrahlte der festlich geschmückte Tannenbaum. Teil der diesjährigen Krippe ist auch ein maltesisches Fischerboot - ein Mahnmal für die Flüchtlingskrise. Am Sonntag verkündet Franziskus von der Loggia des Petersdoms seine Weihnachtsbotschaft und spendet den Segen «Urbi et Orbi».

Auch im Heiligen Land feierten am Samstag Christen aus aller Welt in Bethlehem Weihnachten. Laut christlicher Überlieferung steht die Geburtskirche in Bethlehem an jenem Ort, an dem Jesus zur Welt kam. Chöre sangen Weihnachtslieder und Pfadfinder-Bands marschierten mit Dudelsäcken und Trommeln durch den Ort im südlichen Westjordanland. Die traditionelle Weihnachtsprozession aus Jerusalem war am frühen Nachmittag in Bethlehem eingetroffen. Um Mitternacht sollte in Bethlehem eine Messe gefeiert werden. (sda)

Publiziert am 24.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
teilen
teilen
6 shares
Fehler
Melden