Christen feiern bei Mossul Befreiung vom IS Die erste Messe nach der Terror-Herrschaft

MOSSUL (IRAK) - Dutzende Christen kamen bei Mossul nach zwei Jahren zum ersten Mal für eine Sonntagsmesse in ihrer Kirche zusammen.

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Es war ein emotionaler Moment für die irakischen Christen in Quraqosh, einem Vorort von Mossul. Das erste Mal seit zwei Jahren haben am Sonntag wieder die Glocken ihrer Kirche geläutet. Sie riefen zur ersten katholische Messe seit der Befreiung von der Terror-Herrschaft des Islamischen Staats (IS).

Dutzende Gläubige fanden den Weg in ihr altes Gotteshaus. Diese ist stark gezeichnet – die Islamisten haben Statuen zerstört, die Wände sind vom Feuer schwarz verrusst, die Sitzbänke fehlen. Trotz des Chaos' verteilte dort der katholische Erzbischof von Mossul, Butrus Moshe die heilige Kommunion.

«Unsere Aufgabe ist es, das Gedankengut des IS zu beseitigen», sagte er. «Aufruhr, Trennung und Konflikten müssen ein Ende finden», fügte der Erzbischof hinzu, der in der Stadt zur Welt kam.

Cross is seen on the damaged altar of the Grand Immaculate Church after it was recaptured from Islamic State in Qaraqosh, near Mosul play
Die Kirche ist praktisch völlig durch den IS zerstört worden. REUTERS/Ahmed Jadallah

Qaraqosh ist die grösste christliche Stadt des Irak und eines der ältesten religiösen Zentren der Welt. Zehntausende von Menschen wurden hier im Jahr 2014 gezwungen, aus ihren Häusern in benachbarte kurdische Provinzen zu fliehen. Wer bleiben wollte, musste zum Islam konvertieren. Diese Zeiten sind jetzt vorbei. In Qaraqosh gilt wieder die Religionsfreiheit. (nbb)

Publiziert am 01.11.2016 | Aktualisiert am 12.11.2016
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4 Kommentare
  • Klaus  Müller 01.11.2016
    Im Irak gibt es seit dem Eingreifen des Westens gegen Hussein immer weniger Christen. Scheinbar sind sie dem Westen erst ein paar Euro wert, wenn sie als Flüchtlinge in Europa ankommen. Dabei war es vor dem Krieg ein wichtiger Bevölkerungsanteil. Die USA und ihre Verbündeten schaffen es noch die Christen in allen arabischen Ländern auszurotten. Nennenswerte Gruppen gibt es bald nur noch im Libanon und in Ägypten.
  • Marco  N aus Reinach
    01.11.2016
    Glaubensfreiheit sollte etwas ganz Selbstverständliches sein. Der Glaube ist ja nicht Wissen, sondern Gewissheit. Und die sollte jeder Mensch haben dürfen. Keine Religion kann das Wissen für sich beanspruchen, denn der Glaube, die Gewissheit, ist nicht mess- oder beweisbar sondern eine inner Überzeugung. Vor Allem aber sollten abwertende Begriffe wie "Heide" oder "Ungläubiger" endlich mal abgeschafft werden. Jeder Mensch glaubt an irgend etwas, -selbst wenn es Philosophie statt Religion ist.
  • Daniel  Kohler aus Wohlen
    01.11.2016
    Und was ist mit dem Satz, den Muslime immer gern zitieren? "Es gibt keinen Zwang im Glauben." Der geht leider eben noch weiter: "...denn die einzige Wahrheit wurde im Koran offenbart.". Allerdings zitieren auch Christen gerne aus dem Zusammenhang gerissen Sprüche aus der Bibel, die in Wahrheit was ganz anderes meinen.
  • Hans  Scheidegger 01.11.2016
    Erfreulich, dass der Kampf gegen den unsäglichen IS endlich entscheidende Erfolge feiert. Ein Kampf, der nicht nur an vielen Orten eine blutgetränkte Geröllhalde hinterlässt, sondern der bei der unschuldigen Zivilbevölkerung unbeschreibliches Leid verursacht. Und gar nicht zu reden von der Zerstörung zahlreicher unersetzlicher kostbarer Kulturgüter. Aber ein Ende der Kämpfe der verschiedensten Terror- und Interessensgruppen im Irak und in Syrien ist allerdings leider noch lange nicht abzusehen.