Chinas KP-Bonzen missbrauchen Schulmädchen

  • Publiziert: 20.04.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

PEKING – Chinas Kommunisten zögern sonst nicht, Kriminelle hinzurichten. Doch nun stehen Parteikader wegen Vergewaltigung von Schulkindern vor Gericht – ein Justizskandal bahnt sich an.

Die heute 14-jährige Liu und ihr ein Jahr älterer Freund Yuan aus Xishui in der chinesischen Provinz Guizhou flogen einst von der Schule und verloren sich in der Drogensucht. Dafür brauchten sie Geld – und stiegen in ein besonders fieses Business ein: Sie lockten ab Oktober 2007 andere Teenager von der Schule in ein Bordell.

Dort nahm Puffmutter Yuan Ronghui (37) die verängstigten Jugendlichen unter ihre Fittiche, setzte sie unter Drogen und lieferte sie ihren Kunden aus, wie «Chinadaily» berichtet. Das Treiben flog erst im letzten August auf, als die Mutter eines Opfers bei der Polizei Anzeige erstattete. Mindestens elf Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren – sogenannte «Schultaschen-Mädchen» – mussten die Vergewaltigungen über sich ergehen lassen.

Jungfrauen am begehrtesten

Am begehrtesten waren Jungfrauen wie Li Qing. Ihren Horror beschreibt die 14-Jährige gemäss den Gerichtsakten folgendermassen: «Ich hatte solche Angst. Ich wurde in ein Hotelzimmer geschleppt, und der Mann verriegelte die Tür und zog mich aus. Ich weinte die ganze Zeit.» Mädchen wie Li Quing kosteten die Freier 50 Franken.

Nun stehen Zuhälterin Ronghui und ihre pädophilen Klienten vor Gericht – und die kommunistische Partei, die gerne rigoros gegen Verbrecher durchgreift, hat einen üblen Skandal am Hals. Denn unter den Angeklagten befinden sich neben einem Berufsschullehrer auch fünf lokale Parteikader – vom Abgeordneten des örtlichen Volkskongresses über einen Sozialbeamten hin zu einem Justizbeamten.

Wie die «Süddeutsche.de» berichtet, wogt derzeit eine Welle der Empörung durch die chinesische Öffentlichkeit – nicht in erster Linie wegen der Vergehen der Parteimitglieder, als vielmehr wegen der Versuche der Partei, den Skandal zu vertuschen.

Vergewaltigung = Todesstrafe

Die lokalen Justizbehörden haben die Freier nur des «Frequentierens minderjähriger Prostituierter» angeklagt – und nicht, wie beim sexuellen Missbrauch von unter 14-Jährigen üblich, der Vergewaltigung. Ein gewichtiger Unterschied – denn wer Minderjährige vergewaltigt, muss im Reich der Mitte mit der Todesstrafe rechnen.

Weil die offiziellen chinesischen Medien den Prozess weitgehend totschweigen, hat sich die Kritik am Vorgehen der Partei ins Internet verlagert. Blogger veröffentlichen Interviews mit den Familien der Opfer. Und einer der Netz-Kommentatoren bringt die Volksmeinung auf den Punkt: «Die Anklage legt nahe, dass sich die Mädchen freiwillig verkauft haben. Sie versucht nicht bloss die Aggressoren zu entschuldigen, sondern die Opfer auch noch als Prostituierte darzustellen».

Wann die Richter ein Urteil fällen, ist noch offen. Für Vergewaltigungsopfer Li Qing wäre ein hartes Verdikt wohl nur ein kleiner Trost. Sie hat schon sechsmal versucht, sich mit einer Glasscherbe das Leben zu nehmen.

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