China Smog schnürt Menschen in Peking die Luft ab

Peking – Der schlimmste Smog dieses Jahres raubt den Menschen in Peking und andere Metropolen Chinas den Atem. Die US-Botschaft in der chinesischen Hauptstadt warnte am Freitag vor einer «gefährlich» hohen Schadstoffbelastung.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Flughafen Los Angeles evakuiert Panik wegen Zorro mit Plastik-Schwert?
2 An nur einem Tag Italien rettet 1100 Flüchtlinge aus dem Meer
3 Sechs Opfer in 24 Stunden Noch ein Toter am Monte-Rosa-Massiv!

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden

Am Vorabend hatten die Behörden für zig Millionen von Menschen im Norden und Osten des Landes die Alarmstufe «Gelb» ausgerufen. Die Sichtweite beschränkte sich mancherorts auf wenige hundert Meter. Erst am Wochenende sollen nach Angaben von Meteorologen eine Kaltfront und Wind die Schadstoffe langsam wieder vertreiben.

Nach relativ guten Luftwerten durch sehr kaltes und windiges Wetter im Januar und Februar war der Smog ausgerechnet zu Beginn der wichtigsten politischen Saison des Jahres zurückgekehrt: Tausende Delegierte sind seit Donnerstag in Peking zu den «zwei Sitzungen» versammelt, wie die Jahrestagungen der beratenden Politischen Konsultativkonferenz und des Volkskongresses genannt werden.

Der Luftindex für den gefährlichen Feinstaub kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2,5) stieg am Freitag den zweiten Tag in Folge auf mehr als 400. Das ist 16-mal so viel wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt.

Die feinen Partikel gelangen in die Lunge und dringen sogar in den Blutkreislauf ein. Sie können zu Entzündungen der Atemwege führen, aber auch zu Thrombosen und Herzstörungen.

Die US-Botschaft riet dringend, in geschlossenen Räumen zu bleiben. Viele Pekinger haben daheim teils kostspielige Luftfilter laufen. «Die Luft draussen ist so schlimm, dass ich alle Fenster und Türen abgedichtet habe», sagte eine 50-jährige Stadtbewohnerin. «Ich gehe nicht mehr vor die Tür. Es ist schlimm.» Viele Menschen auf der Strasse versuchten, sich mit Atemmasken vor dem Smog zu schützen.

Trotz der hohen Schadstoffbelastung galt nur die dritthöchste Warnstufe «Gelb» für Regionen im Norden und Osten mit den Metropolen Peking, Tianjin und den Provinzen Hebei, Henan, Shandong, Jiangsu und Liaoning.

Nachdem im Dezember in Peking erstmals und gleich zweimal die höchste Stufe «Rot» mit Schulschliessungen und Fahrverboten ausgerufen worden war, wurden im Februar die Kriterien erhöht, so dass jetzt erst später Alarm geschlagen wird.

In dem vierstufigen System folgt auf «Gelb» noch «Orange», bevor grössere Massnahmen bei «Rot» ergriffen werden. Die höchste Stufe wird aber jetzt erst ausgerufen, wenn laut Prognose der offizielle Schadstoffindex (AQI) für einen Tag und länger den Wert von 500 überschreitet.

Gleiches gilt, wenn die Vorhersage von mehr als 200 über vier Tage und länger oder von 300 über zwei Tage und länger ausgeht. Obwohl der Index in Peking aber schon zwei Tage über 400 lag, wurde keine höhere Alarmstufe als «Gelb» verhängt. Auch für Samstag wurden noch Schadstoffwerte von mehr als 200 erwartet. (SDA)

Publiziert am 04.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
teilen
teilen
0 shares
Fehler
Melden
Ein Soldat bewacht den Zugang zur Jahrestagung der beratenden Konsultativkonferenz und des Volkskongresses in China - ausgerechnet zum Auftakt des politischen Treffens ist der Smog in Peking so stark wie noch nie in diesem Jahr. play
Ein Soldat bewacht den Zugang zur Jahrestagung der beratenden Konsultativkonferenz und des Volkskongresses in China - ausgerechnet zum Auftakt des politischen Treffens ist der Smog in Peking so stark wie noch nie in diesem Jahr. KEYSTONE/AP/ANDY WONG

TOP-VIDEOS