Nach dem Fussball-Massaker Chaos in Ägypten fordert zahlreiche Tote

KAIRO - Demonstranten und Sicherheitskräfte liefern sich heftige Kämpfe. In mehreren ägyptischen Städten herrscht die Gewalt – und fordert erneut zahlreiche Menschenleben.

  • Publiziert: 03.02.2012, Aktualisiert: 04.02.2012

Bei den jüngsten Protesten gegen den regierenden Militärrat in mehreren Städten in Ägypten sind laut Sicherheitskreisen mindestens zwölf Menschen getötet worden. Tausende Menschen forderten gestern den Rücktritt des Militärrats, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Husni Mubaraks besteht.

Auslöser für die Unruhen war das Blutbad in einem Fussballstadion in Port Said am Mittwoch, bei dem mindestens 71 Menschen getötet wurden. Viele Menschen werfen den Sicherheitskräften vor, dort absichtlich untätig gewesen zu sein.

Auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammeln sich auch heute wieder Hunderte Demonstranten. Viele fordern eine Reform der Polizeikräfte, andere aber auch gleich die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats. In der Nähe des Innenministeriums gibt es zum wiederholten Mal Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Aufruf zur Einigkeit


Bei den gestrigen Protesten wurden alleine in der Stadt Suez fünf Menschen erschossen, wie ein Polizeisprecher erklärt. Dort schossen Sicherheitskräfte auf Tausende Demonstranten, die sich vor dem Polizeihauptquartier versammelt hatten.

Insgesamt sieben Tote gab es gestern auch bei den Protesten in Kairo vor dem Innenministerium, wie heute bekannt wurde. Bei den Opfern handelt es sich den Angaben zufolge um fünf Demonstranten und einen Polizisten.

Der regierende Militärrat veröffentlichte gestern am späten Abend eine Stellungnahme, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als «gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte» bezeichnete. (SDA)

Kommentare (0)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet
3 Private Firma kauft 14 Kampfjets «Wie Top-Gun, nur besser und globaler»bullet

Ausland