Sie wollten in die Schweiz Vier Portugiesen bei Car-Unglück in Frankreich getötet

CHAROLLES (F) - Ein Car mit 32 Portugiesen an Bord ist auf dem Weg in die Schweiz verunfallt. Mehrere Menschen kamen ums Leben, ein Baby soll in Lebensgefahr schweben.

Schweiz war Ziel: Portugiesischer Reise-Car verunfallt in Frankreich play
Beim Busunglück starben vier portugiesische Insassen, die auf dem Weg in die Schweiz waren. Préfecture

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In Frankreich ist ein Car aus Portugal verunfallt, der auf dem Weg in die Schweiz war. Nach Behördenangaben kamen vier Personen ums Leben. Die beiden Fahrer und 26 weitere Bus-Passagiere wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Unter den Schwerstverletzten befindet sich angeblich auch ein zweijähriges Kleinkind und sein Vater. Die Mutter sei beim Crash ums Leben gekommen.

Bei den Verunglückten handelt es sich um Portugiesen, die im Kanton Fribourg leben, berichtet «franceinfo». Sie waren über die Weihnachtstage in ihrer Heimat in den Ferien und verunglückten auf der Heimreise nach Romont FR. Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilt auf Anfrage von BLICK mit, dass die Schweizer Vertretung in Lyon mit den lokalen Behörden in Kontakt stehe. «Definitive Abklärungen über die Staatsangehörigkeit der vom Unfall betroffenen sind in Gang.»

Der Bus mit ungefähr 40 Plätzen ist auf der N79 auf Höhe Charolles rund 200 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt verunfallt.

Das Fahrzeug geriet gegen 4.30 Uhr auf die gegenüberliegende Fahrbahn, durchbrach die Leitplanke, überschlug sich mindestens einmal und stürzte in einen Strassengraben: Andere Fahrzeuge waren nicht am Unglück beteiligt. Dutzende Einsatzkräfte der Feuerwehr stünden im Einsatz.

Wetterbedingungen waren sehr ungünstig

Entgegen ersten Vermutungen hat es kein Glatteis gegeben. Die Unterlage sei jedoch sehr glatt gewesen, sagte die ermittelnde Staatsanwältin Karine Malara. «Die Wetterbedingungen waren an diesem Morgen sehr ungünstig.»Ob dies einzige Ursache war, wisse man für den Moment noch nicht.

Der französische Wetterdienst hatte für das Departement am Sonntag eine Glatteis- und Schneewarnung ausgesprochen. Bereits im Laufe des Samstags hatten entsprechende Warnungen für mehr als 30 Departements in Nord- und Ostfrankreich gegolten. Mancherorts hatte die Temperatur bei minus 13 Grad gelegen. Der französische Innenminister Bruno Le Roux hat die Autofahrer nach dem Unfall erneut zur Vorsicht aufgerufen.

Der Bus war zu schnell unterwegs

«Die Geschwindigkeit des Busses war nicht den Umständen und den Verkehrsbedingungen angepasst gewesen», sagte Gilbert Payet, der Präfekt des Departements Saône-et-Loire, gegenüber einem lokalen Nachrichtenmagazin. Er sei mit etwas mehr als 90 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. «Der Bus war neu und entsprach den Normen», ergänzte er gemäss dem Fernsehen RTS.

France 3 hat Bilder von der Unfallstelle veröffentlicht:

 

Schon letztes Jahr kamen 12 Portugiesen ums Leben

Das betroffene portugiesische Transportunternehmen verkehrt regelmässig mit seinen Fahrzeugen zwischen Portugal und der Schweiz. Der verunglückte Bus gehörte zu einer Flotte von fünf Fahrzeugen dieses Unternehmens.

Erst im März 2016 waren zwölf Portugiesen auf derselben Nationalstrasse tödlich verunglückt, als ihr Kleinbus frontal mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammenstiess. Bei den Opfer handelte es sich um Portugiesen, die in den Kantonen Freiburg und Waadt wohnhaft gewesen waren.

Strasse als «Todes-Strecke» bekannt

Die Verbindung durch Zentralfrankreich gilt als besonders gefährlich - die Franzosen nennen sie die «Strasse des Todes». Grund für die vielen Unfälle sollen reger Verkehr, nur eine Spur pro Fahrtrichtung und ein monotoner Strassenverlauf sein.

Die Strasse habe traurige Berühmtheit erlangt, räumte der Präfekt am Sonntag in Charolles ein. Das Glatteis-Risiko sei dort aber nicht höher als auf jeder anderen Strasse. Allerdings: Kurz vor der Unfallstelle stehe ein Viadukt - und dort sei die Gefahr etwas grösser. (SDA/lha/kra)

Publiziert am 08.01.2017 | Aktualisiert am 09.01.2017
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