
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Russland sei in einen souveränen Nachbarstaat einmarschiert und bedrohe eine demokratisch gewählte Regierung, sagte Bush in einer TV-Ansprache. Solch ein Verhalten sei im 21. Jahrhundert inakzeptabel. Russland scheine die Regierung von Michail Saakaschwili stürzen zu wollen.
Auch der Uno-Sicherheitsrat wollte Moskau zu einem Abzug aus Georgien bewegen und verhandelte in seiner fünften Sitzung zur Krise ergebnislos über einen entsprechenden Resolutionsentwurf. Russland lehnte den Entwurf jedoch umgehend ab.
Der Entwurf, der eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Südkaukasus-Region verlangt, entstand unter Federführung Frankreichs. Präsident Nicolas Sarkozy kündigte an, er wolle heute zu Vermittlungsgesprächen nach Moskau und Tiflis reisen. Sein Aussenminister Bernard Kouchner ist bereits in Moskau (Blick.ch berichtete).
Militäroffensive in Abchasien
Nach dem Vorrücken der russischen Streitkräfte in das georgische Hinterland und in die Stadt Gori gab es nach georgischen Angaben in der Nacht keine Kampfhandlungen mehr. Ein weiteres Vorrücken sei nicht zu beobachten.
Doch nach Angaben der russischen Agentur Interfax starteten Separatisten der georgischen Region Abchasien heute am frühen Morgen eine Militäroffensive, um die georgischen Truppen aus der Kodori-Schlucht zu vertreiben.
Sie ist der einzige Teil Abchasiens, der noch von Georgien kontrolliert wird. Interfax zitierte das abchasische Verteidigungsministerium mit den Worten, die Operation habe um 6 Uhr Ortszeit begonnen.
Abchasien versucht seit Samstag, die georgischen Truppen aus der Kodori-Schlucht zu vertreiben. Gestern versicherte Tiflis, alle Angriffe abgewehrt zu haben. Dagegen versicherte der abchasische Verteidigungsminister Mirab Kischmarja, die georgischen Truppen sässen im oberen Abschnitt der Schlucht «völlig fest».
Abchasien hatte sich ebenso wie die abtrünnige Provinz Südossetien Anfang der Neunzigerjahre von Georgien abgespalten. Nach dem Völkerrecht gehören beide Gebiete jedoch weiter zu Georgien.
Lawrow: Russland will Gewalt beenden
Russlands Aussenminister Sergej Lawrow dementierte erneut angebliche Pläne Moskaus für einen Eroberungskrieg in Georgien. Die russische Armee wolle lediglich den Gewaltausbruch in der Region beenden und neue Aggressionen verhindern, sagte Lawrow bei einem Treffen mit dem finnischen Aussenminister Alexander Stubb. (SDA)
play
Machen sich stark für Georgien: Nicolas Sarkozy und George W. Bush (rechts). (AP)