Bush-Besuch lähmt Europa

  • Publiziert: 21.02.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

BRÜSSEL – Wenn George W. Bush nach Europa kommt, steht alles still. Inklusive die Opel-Werke. Dafür beschwört der amerikanische Präsident wieder die amerikanisch-europäische Freundschaft.

30 Minuten war für ein Gespräch zwischen dem belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt und dem amerikanischen Präsidenten reserviert. Daraus wurde über eine Stunde. Es ging, sagte ein Regierungssprecher danach, sehr herzlich zu und her.

«Es ist grossartig, wieder hier zu sein», so George W. Bush. Und über Verhofstadt: «Er ist ein toller Fahrradfahrer. Ich muss noch ein bisschen trainieren.» Nette Worte, nachdem sich Verhofstadt zusammen mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac als Gegner des Irak-Krieges hervorgetan hatte.

Der Irak war auch das Thema zwischen den beiden hohen Herren aus Belgien und Amerika. Bush forderte mehr Unterstützung für das Zweistromland und rief dazu auf, die grosse Chance auf einen Frieden im Nahen Osten zu nutzen.

Und was ist mit den zuletzt arg strapazierten transatlantischen Beziehungen? «Keine kurzzeitige Debatte, keine vorübergehende Meinungsverschiedenheit von Regierungen, keine Macht auf Erden wird uns je voneinander trennen», sagte der amerikanische Präsident.

Morgen wird sich George W. Bush mit den Staats- und Regierungschefs von Nato und EU. Und am Mittwoch begibt er sich zusammen mit seiner Entourage ins deutsche Mainz. Dort wird schon alles auf den Besuch vorbereitet.

Das heisst: Bei Opel in Rüsselsheim wird man gar nicht erst zur Arbeit erscheinen. «Auf Grund der zu erwartenden Verkehrsbehinderungen ist weder das pünktliche Erscheinen der Mitarbeiter am Arbeitsplatz noch die rechtzeitige Anlieferung von Material sichergestellt», erklärte Opel-Sprecherin Gudrun Langer. 750 Autos gehen verloren. Die zwei ausfallenden Schichten sollen an den beiden nächsten Samstagen nachgeholt werden.

Schlechte Nachrichten gabs auch für Handy-Junkies und Berufstelefonierer: Das Mobilfunknetz könnte auf Bitten der amerikanischen Sicherheitsbehörden kurzfristig abgeschaltet werden, so die Polizei. Die Meldung wurde kurz danach als falsch zurückgewiesen: Eine solche Bitte habe es nie gegeben, stellte Regierungssprecher Bela Anda klar.

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