BERLIN - Mit ihrem Gesichtschleier und ihrer Haltung zu Sex sorgt Nora Illi (28) in Deutschland für Gesprächsstoff.
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Nora Illi (26) mit ihren beiden Töchtern in den Sommerferien 2009 am Lago Maggiore. (ZVG)
Eigentlich gings beim Talk gestern Abend auf der ARD um das Thema Religion im Allgemeinen. Doch im Mittelpunkt stand schnell die Schweizerin Nora Illi (28), die mit 18 zum Islam konvertiert ist und Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats ist.
Sie sass vollverschleiert in der Talkrunde, nur ihre Augen waren zu sehen.
Das irritierte und interessierte die anderen Gesprächsteilnehmer. «Ich habe noch nie mit einer so verschleierten Frau gesprochen», sagt Talkmasterin Sandra Maischberger gleich zu Beginn.
Darauf erklärt Illi, wieso sie sich verhüllt (um keine «falschen Signale» auszusenden) und dass sie damit ihren Glauben ausleben könne. Ausdrücklich betont sie, dass der Gesichtsschleier im Islam keine Pflicht sei. «Ich mache das für Gott.»
Maischberger fragt: «Was würden Sie tun, wenn in der Schweiz der Schleier verboten würde?» Illi antwortet, dass sie dies als Gefängnis wahrnehmen würde. Sie könne dann nur noch zu Hause bleiben.
Die anderen Teilnehmer zeigen grosses Verständnis. «Ich bewundere Menschen, die sich für ihren Glauben durchsetzen», sagte Frank Elstner.
Doch nach einer Stunde stösst Nora Illi alle vor den Kopf. Es geht um das Thema Vielweiberei.
Nora Illi sieht viele Vorteile darin, wenn ein Mann mehrere Frauen hat. «Die Verantwortung für das Eheleben wird so geteilt. Das ist eine Erleichterung für die Frau. Auch in sexuellen Bereichen. Es bringt Abwechslung. Es kann Spannung erzeugen.»
«Können Sie denn auch im Islam Abwechslung haben?», fragt Maischberger.
Illi sagt:
Im Islam kann der Mann vier Frauen haben, aber die Frau nur einen Mann. Dies entspricht der Natur. Frauen haben weniger sexuelle Wünsche als Männer.»
Darauf reagiert Frank Elstner, der Illi zuvor noch grossen Respekt zollte, empört: «Das verstehe ich jetzt gar nicht. Dass Männer andere Rechte haben als Frauen.»
«Ich finde das moralisch unterirdisch. Weil hier gleiche Bedürfnisse unterschiedlich berücksichtigt werden», sagt die Atheistin und Schriftstellerin Karen Duve.
So gross die Meinungsverschiedenheiten, so gross war die Wirkung von Nora Illi in Deutschland. «Bild.de» schreibt über den Burka-Talk: «Informativ, skurril, empörend - schlicht spannend.» (sas)
Sendung direkt abrufen: «Menschen bei Maischberger»
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