Brüssel nach den Anschlägen Gesichter der Angst, Tränen der Wut

Die U-Bahnen in Brüssel fahren wieder. BLICK-Autor Detlef Drewes stieg unter die Erde zur Metro.

BLICK-Autor Detlef Drewes in Brüssel. play

BLICK-Autor Detlef Drewes in Brüssel.

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Für einen Moment sieht alles so aus wie früher. Früher – das ist vor dem 22. März. Vor dem Tag, als die Bomben am Flughafen explodierten und eine Metro zerfetzten.

U-Bahnen fahren wieder

Seit gestern fahren die U-Bahnen wieder. «Willst du wirklich da runter?», fragt mich meine Kollegin. Ihr Gesicht ist angespannt, unruhig. Sie hat blanke Angst. «Ich kann das noch nicht», sagte sie.

Alleine steige ich unter die Erde zur Metro. Die Bahnsteige sind voll. Aber es ist still. Viele beäugen sich gegenseitig, als würden sie sich fragen: «Was hat der wohl in der Tasche? Wer ist der Typ mit dem Rucksack?»

Die Terrorwarnstufe wurde wieder von 4 auf 3 zurückgenommen. Das europäische Viertel, in dem EU-Kommission, -Ministerrat und -Parlament angesiedelt sind, war zeitweise hermetisch abgeriegelt.

Nicht mehr nur in Molenbeek werden Wohnungen durchsucht. Schaerbeek, Jette, Uccle – überall schlugen die Fahnder zu. Sechs weitere Verdächtige wurden verhaftet. Aber noch immer ist der dritte Mann des Terrorkommandos vom Flughafen flüchtig.

Versteck war bekannt

Gestern erschütterte eine Nachricht Brüssel und trieb vielen die Tränen in die Augen: Das Versteck des zunächst nur wegen der Pariser Attentate gesuchten Salah Abdeslam war offenbar bekannt. Schon im Dezember gab es einen Hinweis darauf, dass der 26-Jährige sich aufhalte, wo er dann vor acht Tagen gefasst wurde. Aber der Hinweis wurde nicht weitergegeben. Ging einfach vergessen.

Hier lebten die Brüssel-Attentäter

«Ich könnte platzen vor Wut», sagt Alain, den ich an der Grand-Place treffe. «Sie haben alle versagt.» Auch er hat Tränen in den Augen. Einer seiner Freunde liegt schwer verletzt im Krankenhaus.

Am Gare du Midi herrscht wieder Normalbetrieb. Sicherheitsbeamte und Polizisten durchstreifen die Abfahrtshalle. Am Freitagnachmittag gab es wieder Explosionen in Brüssel: Die Polizei hatte ein weiteres Haus gestürmt.

Ich bin dann doch nicht mit der Metro gefahren. Als der Zug einfuhr, überkamen mich die Bilder vom Dienstag. Ich konnte nicht einsteigen.

Die neuesten Informationen zu den Anschlägen in Brüssel lesen Sie im News-Ticker.

Publiziert am 26.03.2016 | Aktualisiert am 26.03.2016
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Geschäftsmann Anthony hat die Nacht im Airport-Hotel verbracht «Es war beängstigend still!»

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2 Kommentare
  • Hans  Scheidegger 26.03.2016
    Ich verstehe den Zorn und den Ärger der Leute über offensichtliche Versäumnisse. Auch kann ich die Verzweiflung und Trauer über die schrecklichen Geschehnisse nachvollziehen. Ebenso kann ich die Angst und die beklemmenden Gefühle nachempfinden, dass plötzlich solche abscheulichen Anschläge jederzeit und überall stattfinden können. Denn trotz aller grössten Sicherheitsdispositive wird es nie eine hundertprozentige Garantie vor derartigen feigen Attentaten geben. Leider und zu meinem Bedauern.
  • marcello  klause aus schmitten
    26.03.2016
    Mein HERZ schmerzt sehr zu zusehen wie die EU ganz Europa vernichtet. die Lügenbarone immer noch unterstützen ist wie man Kinder oder ältere Menschen anlügt die sich nicht zu wehren wissen. Jeder Mensch hat das Recht sein eigenes Land zu verteidigen in dem er aufgewachsen ist. Bei Tieren ist das Revier auch markiert. Es gibt nichts zu husten.