Knast statt Kirche Briten wollen den Papst festnehmen

  • Publiziert: 11.04.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Pavo Prskalo

LONDON - Der Papst hinter Gittern? Eine Gruppe britischer Atheisten will Benedikt XVI. bei dessen Besuch auf der Insel wegen des Missbrauchsskandals verhaften lassen.

Mitte September hat sich der Papst für einen Besuch in Grossbritannien angekündigt. Ob das Kirchenoberhaupt aber danach auf seinen Heiligen Stuhl im Vatikan zurückkehrt, ist fraglich. Denn geht es nach einer Gruppe von britischen Atheisten, soll dem Papst der Prozess gemacht werden; er soll hinter Schloss und Riegel!

Die zwei prominenten Buchautoren und Atheisten Richard Dawkins und Christopher Hitchens haben eine entsprechende Initiative lanciert. Grund ist der Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauch von Kindern durch Priester. Die Initiatoren werfen Benedikt XVI. vor, die Vorkommnisse gezielt verschleiert zu haben.

Papst besucht London, Coventry und Glasgow

«Er steht nicht ausserhalb der Gesetze. Das Verschweigen der Vergewaltigung von Kindern ist ein Verbrechen nach jedem Gesetz», wird sagte Hitchens in der «Times». Gemeinsam mit Dawkins hat er die zwei Menschenrechtsanwälte auf den Fall angesetzt.

Geplant ist, dass die Justiz Benedikt XVI. während seiner Visite vom 16. bis 19. September schnappt. Dann soll der Papst London, Coventry und Glasgow und besuchen. Auf eine diplomatische Immunität, so die Atheisten, könne sich der Kirchenvater nicht berufen. Der Vatikan sei schliesslich kein von der Uno anerkannter Staat.

US-Medien belasten das Kirchenoberhaupt

Der Vatikan verteidigte heute Benedikt XVI. erneut gegen die Vorwürfe, er sei in den 80er Jahren nicht energisch genug gegen pädophilen Geistlichen Stephen Kiesle aus Kalifornien vorgegangen.

Diverse US-Medien hatten berichtet, der damalige Kardinal Joseph Ratzinger habe sich 1985 als Präfekt der Glaubenskongregation gegen die rasche Entlassung des Priesters ausgesprochen. Erst 1987 wurde der verurteilte Pädophile Kiesle aus seinem Amt entlassen.

play Sorgen Benedikt XVI. steht unter Druck. (Reuters)

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