ANTIGUA - Als der Bootsmast bei einem Unwetter zerstört wird, treibt der Brite Matt Gill alleine im Atlantik. Er ist zu stolz, um Hilfe zu rufen und muss letztlich um sein Leben kämpfen.
Der Brite Matt Gill (37) aus Cornwall startet von der karibischen Insel Antigua aus einen Segeltörn. Der Bootsbauer ist alleine im Katamaran eines Freundes unterwegs. Gill hat bereits 1400 Kilometer zurückgelegt, als am sechsten Tag starke Unwetter aufziehen.
Ein mächtiger Sturm zerstört den Mast, den Autopiloten, sowie Kommunikationsgeräte, schreibt «Dailymail».
Doch der Segler schämt sich, das Notfunkgerät zu betätigen, das mit einem kleinen Funksender ausgestattet ist, mit dem Schiffe geortet werden können. Stattdessen versucht er verzweifelt, den Schaden selber zu reparieren.
Das Angebot eines vorbeiziehenden Boots, ihn mit nach England mitzunehmen, schlägt er aus. Denn er fürchtet um seine Versicherung. «Ich hatte Angst und bereue den Moment. Ich hätte mit ihnen mitgehen können», sagt Gill.
In einem Tagebuch hält er jeden Tag seine Ängste, Herausforderungen, Mühen und Anstrengungen des zweimonatigen Horrortrips mit Zeichnungen fest.
Einmal reisst eine grosse Welle das Grosssegel weg, am Tag 28 baumelt Gill zwölf Meter in der Luft, als er versuchte, eine Strickleiter zu demontieren. Beim Klettern stürzt er so schlimm, dass er beinahe gestorben wäre.
Aus einem Marmeladenglas, das mit Sonnenblumenöl und einem Schnürsenkel gefüllt ist, bastelt sich der Überlebenskünstler einen Herd, um sich Pasta kochen zu können.
An Tag 39 funktioniert plötzlich der Autopilot wieder. Matt benachrichtigt Freunde mit seiner Funkbake, dass es ihm gut geht. Danach ist die Verbindung wieder tot.«Wie sehr wünsche ich mir ein Schiff, das mich abholt, warmes Essen, ein trockenes Bett, ein Telefon und eine Nacht, in der ich durchschlafen kann. Nun ja.», schreibt Gill.
Seine besorgten Freunde starten einen Notruf und ein Helikopter erspäht den Verschollenen 86 Kilometer vor den Scilly-Inseln.
Nach 50 Tagen wird Gill schliesslich von der Küstenwache aus dem Atlantik gerettet. Ein Rettungsboot zerrt den abgemagerten Bootsbauer an Land der Scilly-Inseln. Nur 96 Kilometer von seiner Heimat entfernt, schafft er die letzte Strecke mit dem geflickten Boot, nachdem er auf den Scilly-Inseln den Tank wieder aufgefüllt hat.
Am Tag seiner Rettung schreibt Gill: «Wäre gerne selbständig nach Falmouth zurückgekehrt, aber das ist wohl eine dumme Eitelkeit von mir.» (sue)
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