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Ihre Briefe weisen auf Misshandlung hin!

AMSTETTEN (Ö) – Drei Briefe und ein Foto von Elisabeth Fritzl sind 24 Jahre nach ihrem Keller-Martyrium aufgetaucht. Was das Mädchen einem Freund schreibt, erscheint heute in einem ganzen anderen Licht.

Aktualisiert um 16:17 | 08.05.2008
Josef Fritzl auf einem Foto aus dem Jahr 1993. Seine abscheulichen Taten plante er schon in den 70er-Jahren. (AP)
Josef Fritzl auf einem Foto aus dem Jahr 1993. Seine abscheulichen Taten plante er schon in den 70er-Jahren. (AP)
Das geht ans Herz: Ein hübsches Mädchen lächelt in die Kamera, scheint ganz unbesorgt. Niemand weiss, dass die 18-Jährige seit rund sieben Jahren von ihrem Vater missbraucht wird. Es ist das letzte Foto von «Sissy» Elisabeth Fritzl. Drei Wochen später verschwindet sie für 24 Jahre im Keller ihres Vaters.

Auch drei «oe24.at» vorliegende Briefe von Elisabeth Fritzl sind jetzt aufgetaucht. Angesichts des unfassbaren Schicksals des Mädchens sind sie umso dramatischer. Denn der Teenager schreibt darin voller Hoffnung über ihre Zukunft, träumt von ihrem Weggang aus dem Elternhaus. Es sind ihre letzten Gedanken in Freiheit.

Briefe weisen auf Misshandlung durch Vater hin

In einem Brief schreibt Elisabeth einem guten Freund aus der Gastgewerbeschule, dass sie zu ihrer Schwester und deren Freund ziehen wolle. Die beiden könnten sich die Wohnung alleine nicht leisten. «Für mich ist es sehr günstig. Ich habe zwei Räume für mich alleine und zahlen tu ich auch nur 1200 Schilling.»

Auch ein zweiter Brief an den Freund drückt Hoffnung und Zuversicht aus – aber Elisabeth macht auch Andeutungen, die aus heutiger Sicht mehr als zweideutig erscheinen und auf die Misshandlungen durch den Vater hinweisen könnten. Sie schreibt etwa: «So geht es mit eigentlich ganz gut. Nur manchmal habe ich noch Schmerzen und schlecht ist mir auch manchmal». Und: «Entschuldige meine Schrift, aber obwohl ich im Krankenstand bin, bin ich voll im Stress. Meine Nerven sind auch nicht mehr die besten.»

Ihr Bruder kannte all ihre Probleme

Elisabeth hatte sechs Geschwister. Dabei scheint die Bindung zwischen Elisabeth und ihrem Bruder Harald eine sehr enge gewesen zu sein. Im zweiten Brief schreibt Elisabeth ihrem Brieffreund: «Meinen Bruder Harald, er ist 21 Jahre jung, mag ich am liebsten. Mit ihm bin ich immer zusammen.»

Aber besonders die Lektüre des dritten Briefes wirft Fragen auf. Hier berichtet Elisabeth ihrem Jugendfreund: «Auf meinen Bruder, er ist jetzt 21 Jahre, bin ich sehr stolz. Ich kenne seine Probleme und er meine […].» Elisabeth wurde von Josef Fritzl seit ihrem 11. Lebensjahr sexuell missbraucht – wusste ihr älterer Bruder auch von diesem «Problem»? (gux)
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