Zoff unter Bergungsfirmen Bricht die «Costa Concordia» beim Abschleppen auseinander?

GIGLIO PORTO - Die Bergung der «Costa Concordia» ist eine Mammut-Aufgabe. Bewerkstelligen soll sie eine US-Firma mit italienischer Unterstützung. Doch die Konkurrenten machen ihr den Auftrag madig.

  • Publiziert: 08.05.2012
play Kein einfaches Unterfangen: Das gesunkene Kreuzfahrtschiff soll von hier weggebracht werden. (sda)

Die im US-Bundesstaat Florida beheimatete Firma Titan Salvage will das havarierte Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» mit Hilfe des italienischen Unternehmens Micoperi in einem Stück bergen. Jetzt warnt Konkurrent Mammoet, es könnten bei dem geplanten Vorgehen irreparable Schäden am Schiffsrumpf entstehen.

Wird die «Costa Concordia» auseinanderbrechen? Die niederländische Firma Mammoet, die das gesunkene russische Atom-U-Boot «Kursk» an die Wasseroberfläche zurückbrachte, gibt zu bedenken: Es könnte nötig werden, das Schiff vor Ort zu zerteilen. Der Chef der Italien-Abteilung, Alberto Galbiati, sieht eine besondere Gefahr im geplanten Rotationsmechanismus für das Wrack.

Ökologische Bedenken

Mammoet ist im Rennen um den Zuschlag fürs Abschleppen des Kreuzfahrtschiffs ausgeschieden. Dies, obwohl Titan Salvage und Micoperi deutlich mehr Geld verlangen. Die Reederei Costa Crociere hat sich nach eigenen Angaben aus ökologischen Gründen für Titan/Micoperi entschieden.

Mammoet ist überzeugt, dass gerade in dieser Hinsicht grosser Schaden entstehen wird: Die Konstruktion zur Unterstützung der Plattform, auf der das Kreuzfahrtschiff abgestützt werden soll, würden Meeresgrund und Fauna ruinieren. Es seien zu viele und viel zu dicke Pfähle vorgesehen.

«Wie eine Bombe, die nicht explodiert ist»

Titan Salvage und Micoperi sehen dem Unterfangen vor der italienischen Insel Giglio zuversichtlich entgegen. Silvio Bartolotti, Präsident von Micoperi, sagt zu «iltirreno.it»: «Ich habe schon von Anfang an gesagt, dass es weder von der Havarie noch von uns Spuren geben wird, wenn wir die Insel verlassen. Es wird sein, als wäre nichts passiert.»

Auseinanderbrechen werde die «Costa Concordia» nie, ist Bartolotti überzeugt. Wichtig sei es jetzt einfach, möglichst schnell mit der Arbeit zu beginnen. «Die Concordia ist schon zu lange da. Sie ist wie eine Bombe, die nicht explodiert ist.»

Geldsegen für Giglio

Bartolotti will den gesamten durch die Bergung erzielten Gewinn seiner Firma an die Insel spenden. Schliesslich stehe hier die Ehre Italiens auf dem Spiel. Ausserdem: «Die Früchte eines Unglücks bringen nie Glück», sagt Bartolotti.

Bei der Havarie der «Costa Concordia» am 13. Januar starben 30 Menschen. Das Kreuzfahrtschiff hatte zum Zeitpunkt des Unfalls mehr als 4200 Personen an Bord. Zwei Personen werden immer noch vermisst. (noo)

 

 

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