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Heute musste Massenmörder Anders Breivik, geboren am 13. Februar 1979, vor Gericht antraben. Das verlauteten die Richter danach: Der 32-Jährige wird nicht länger als bis zum 20. September 2011 in U-Haft bleiben. Acht Wochen lang darf er auch keine Briefe schreiben. Das ist die Regel. Der Killer von Norwegen wird jedoch bis am 22. August 2011 in Isolationshaft bleiben. Das bedeutet, dass ihm Kontakt mit der Familie untersagt wird, höchstens zu seinem Verteidiger.
Europa vor «Islamisierung» retten
Anders Breivik wurde angeklagt für Terrorakte. Der Mann habe die Bombenexplosion in Oslo sowie die Schiesserei Utøya zugegeben. Trotzdem bekannte er sich nicht als schuldig. Denn der Angeklagte gab an, er habe Norwegen und Europa vor dem «kulturellen Marxismus» und der «Islamisierung» retten müssen.
Deshalb sei auch Ziel seiner Angriffe gewesen, dass er der Labour-Partei den grösstmöglichen Verlust mache. Breivik erklärte, dass die Labour-Partei das Land zum Scheitern gebracht habe. Nun habe sie für diesen Verrat den Preis bezahlen müssen.
Seine Absicht sei es nicht gewesen, so viele Menschen wie möglich zu töten – sondern ein starkes Signal an die Labour-Partei zu senden, wenn sie weiterhin Masseneinwanderung und das Einbringen von Muslimen billigen würden.
Des weiteren habe Breivik von «zwei weiteren Zellen» geredet, weshalb eine Isolationshaft nötig sei. Dass er acht Wochen in U-Haft bleibe, sei nötig, damit er mit niemandem kommunizieren könne.
In schwarzem Jeep zum Gericht
In einem schwarzen Jeep wurde Anders Breivik um 13.30 Uhr vor Gericht gefahren. Wurde über den Keller ins Gebäude gebracht. Eine halbe Stunde später als angeordnet.
Draussen skandierte die Menge: «Du hast unser Land verraten!» Andere schlugen wild auf einen schwarzen Volvo ein, in dem sie Anders Breivik vermuteten.
Laut «NRK» dauerte das Hearing des Massenmörders von Norwegen bis 14.30 Uhr. Dann wurde er im Jeep wieder zurück in den Knast gefahren.
Anders Breivik (32) wollte den Termin zu einem öffentlichen Auftritt machen – und einer Inszenierung. Der Massenmörder äusserte nämlich den Wunsch in Uniform vor dem Richter erscheinen zu dürfen. Dem wurde jedoch nicht stattgegeben. Anders Breivik trug einen roten Pullover. Vom Traum der Uniform wurde also nichts.
Angst vor versteckten Botschaften
Auch dem Wunsch nach einer öffentlichen Anhörung ist man nicht nachgekommen. Die Türen im Raum 828 blieben während der Verhandlung geschlossen. Richter Kim Heger entschied, dass weder Medien noch sonstige Zuschauer Zugang zum Gerichtssaal erhalten. Denn es wurde befürchtet, dass der irre 32-Jährige versteckte Nachrichten über die Presse verlauten lässt. Hunderte von Journalisten warteten in und vor dem Gericht auf den Norweger.
Die Verhandlungen könnten monatelang dauern. Anders Breivik könnte zu 21 Jahren Knast verurteilt werden. Dann könnte er verwahrt werden. Die Verwahrung müsste dann alle fünf Jahre neu entschieden werden. (spj)