Nach endlosen Fehlversuchen BP will das Öl-Leck stopfen – definitiv!

  • Publiziert: 02.08.2010, Aktualisiert: 20.01.2012

NEW ORLEANS (USA) - Gegen die Öl-Katastrophe hilft nur eins wirklich: Die unkontrolliert sprudelnde Quelle muss versiegelt sein – für immer! BP verspricht: Morgen soll das gelingen.

Kann die Öl-Flut am Golf von Mexiko jemals mit Sicherheit gestoppt werden? Seit dem 20. April sind Abermillionen Liter Öl ins Meer gelangt. , Hunderte Menschen ihre berufliche Existenz.

BP muss für aufkommen, Konzern-Chef Tony Hayward wurde gefeuert, immer wieder gibt es Spekulationen, dass der Öl-Multi das Desaster nicht überleben wird.

Klar ist: Die Katastrophe kann nur nachhaltig bekämpft werden, wenn es endlich gelingt, die Öl-Quelle zu versiegeln – definitiv und für alle Zeiten. Das hat BP für morgen in Aussicht gestellt.

Doch die Entwicklung seit dem 20. April zeigt nur eins: eine schier endlose Serie von Fehlversuchen:

  • 25. April: Seit fünf Tagen schiesst Öl ins Meer. Menschen können in dieser Tiefe, 1500 Meter, nicht arbeiten. Tauchroboter sollen das Unterwasser-Ventil schliessen. Vergeblich.
  • 30. April: Das Öl soll chemisch abgebaut werden. Fehlschlag.
  • 7. Mai: Von der Wasseroberfläche wird eine riesige Stahlglocke auf das Leck abgesenkt. Jetzt soll das Öl auf Schiffe gepumpt werden. Funktioniert nicht. Denn die bestehende Öl-Leitung droht zu verstopfen.
  • 16.Mai: Jetzt soll ein Stahlrohr das Öl direkt beim Leck aufsaugen und auf ein Schiff pumpen. Missglückt.
  • 26. Mai: Methode «Top Kill»: Schlamm wird ins Leck gepresst, dann soll die Leitung mit Beton geschlossen werden. Es gelingt nicht.
  • 31. Mai: Die defekte Leitung soll abgesägt, eine Spezialkappe soll auf das Leck gestülpt werden. Doch das Öl sprudelt weiter.
  • 4.Juni: Mit einem Ersatzrohr wird Öl abgepumpt. Es reicht nicht.
  • 15. Juli: Eine neue Auffangglocke wird installiert. Das Leck ist gestopft. Aber noch hat BP keine definitive Lösung.
Während knapp drei Monaten sprudelte das Öl ins Meerwasser. Schätzungsweise 5 bis 14 Millionen Liter pro Tag. Im Ganzen vielleicht 1 Milliarde Liter!

Dabei war von Anfang klar, wie die definitive Lösung aussehen soll: sollen die Öl-Quelle in einer Tiefe von 5500 Metern, tief unter dem Meeresboden, erreichen. Dann soll die Öl-Quelle an dieser Stelle mit einer Dichtungsmasse definitiv versiegelt werden.

Diese Bohrungen sind extrem aufwendig. BP arbeitet seit dem 2. Mai daran. Morgen Dienstag soll die Quelle erreicht sein. Dann soll das Öl endlich gestoppt werden. Für immer. (snx)

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