Obama knallhart Kein Asyl mehr für Kubaner in den USA

WASHINGTON (USA) - Der scheidende US-Präsident Barack Obama beendet eine Regelung, durch die kubanische Bootsflüchtlinge Asyl in den USA beantragen konnten.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ihr droht lebenslange Haft 17-Jährige vergewaltigt jungen Mann
2 Papa hat sich vertwittert Trump lobt die falsche Ivanka
3 Wegen Brexit UBS könnte 1000 Jobs aus London abziehen

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
7 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

US-Präsident Barack Obama gibt zum Schluss seiner Amtszeit nochmals den Tarif durch. Er beendet die langjährige Visapraxis für Kuba, welche als «Wet foot, dry foot»-Politik bekannt war. Bisher erhielten kubanische Flüchtlinge nach Erreichen von US-Boden automatisch Asyl und damit die Aufenthaltserlaubnis. Das ist nun nicht mehr möglich.

Ab sofort würden kubanische Staatsangehörige, die illegal einreisten und nicht unter humanitären Schutz fielen, zurückgeschickt. «Damit behandeln wir Migranten aus Kuba genauso wie Migranten aus anderen Ländern», teilte Obama am Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Die kubanische Regierung begrüsste Obamas Entscheidung als «wichtigen Schritt«. Havanna erklärte sich im Gegenzug bereit, alle von den USA ausgewiesenen Flüchtlinge zurückzunehmen, nicht nur im Meer aufgegriffene Bootsflüchtlinge.

Seit den 1960er Jahren hatten die USA alle kubanischen Flüchtlinge aufgenommen und ihnen den Weg zur US-Staatsbürgerschaft erleichtert. Weil dies zu einer Massenabwanderung aus Kuba führte und Kritiker die Regelung als Anreiz für die gefährliche Flucht per Boot ansahen, änderte der damalige US-Präsident Bill Clinton die Regelung.

«Wet foot, dry foot»

Nach der als «Wet foot, dry foot»-Politik durften Bootsflüchtlinge, die trockenen Fusses US-Territorium betreten, dort Asyl beantragen. Wurden die ohne Papiere einreisenden Migranten hingegen auf dem Wasser aufgegriffen, schicken die US-Behörden sie nach Kuba zurück.

Die Regelung stammte aus dem Jahr 1995. Kuba hatte sie immer wieder kritisiert. Beide Länder hatten Ende 2014 völlig überraschend eine Wende in ihrem jahrzehntelang zerrütteten Verhältnis eingeleitet.

Acht Tage vor seinem Ausscheiden aus dem Amt zementierte Obama mit seiner Entscheidung den historischen Annäherungskurs an den kommunistischen Inselstaat. Sein Nachfolger im Weissen Haus, Donald Trump, steht der Annäherung an Kuba kritisch gegenüber. (nbb/SDA)

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 14.01.2017
teilen
teilen
7 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

4 Kommentare
  • Klaus  Müller 13.01.2017
    Die USA, die die meisten Kriege in der Welt anzetteln, gewähren überhaupt nur sehr wenigen Personen im Jahr Asyl. Die dreckige Suppe lassen sie immer die anderen auslöffeln, bzw. nutzen sie sogar zum Wirtschaftskrieg gegen Europa. Weil aber auch die USA billige Arbeitskräfte haben wollen, lässt man immer ein Loch in der Grenze zu Mexiko. Vorteil: Wenn man sie nicht mehr braucht, kann man sie als Illegale wunderbar abschieben. Wann lernt Europa?
  • Max   Meier 13.01.2017
    Zack - und schon gibt es ein neues Verfahren mit diesen Ilegalen - wir diskutieren und machen und tun - und nichts passiert!
    • Marco  Weber 13.01.2017
      Gemerkt das Kuba die Flüchtlinge aber auch zurück nimmt? Wieviele andere Staaten machen das? Aber das wird dann wohl wieder zu komplex für einige was?
  • Thomas  Friedli aus Guadiaro
    13.01.2017
    Finde ich super! Wann führt Europa dises Gesetz ein? Yes we can! Es kommt ja von Obama und nicht von Trump und sollte daher legitim sein.