MOSKAU - Heute ist der vierte Tag im Prozess gegen die drei Anti-Putin-Aktivistinnen von Pussy Riot. Trotz Bombendrohung wurden die drei jungen Frauen nicht evakuiert.
Beim Schauprozesses in Moskau müssen sich die drei Aktivistinnen von der Punk-Band Pussy Riot verantworten. Auch am vierten Tag ist von Gerechtigkeit wenig zu spüren.
Noch immer beklagen sich Maria Aljochina (24), Nadeschda Tolokonnikowa (23) und Jekaterina Samuzewitsch (29), dass die Richterin ihre Anträge ignoriere.
Die jungen Frauen, die im Gericht in einem Kasten aus Plexiglas ausharren müssen, beschweren sich seit dem Prozessbeginn am Montag über zu wenig Schlaf und Essen sowie fehlende Pausen.
Zeitweise musste die Verhandlung wegen einer angeblichen Bombendrohung unterbrochen werden. Das Gerichtsgebäude wurde evakuiert. Die drei Anklagten aber berichten, sie seien nicht in Sicherheit gebracht worden.
Zudem wurde offenbar ein falscher Zeuge vernommen: So habe ein Mann ausgesagt, der bei dem Auftritt in der Kirche selbst gar nicht anwesend gewesen sei, sondern nur eine Videomontage gesehen habe, schrieb die Zeitung «Nowyje Iswestija».
Heute wurde auch der Vater von Samuzewitsch in den Zeugenstand gerufen: Er beschrieb seine Tochter als ernsthafte Gläubige.
Den drei Aktivistinnen von Pussy Riot drohen sieben Jahre Haft wegen Rowdytums und Blasphemie. Sie hatten in einer orthodoxen Kathedrale Anti-Putin-Parolen skandiert. (SDA/dra)
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