Terror-Verdächtiger Al-Bakr (†22) Entscheidender Hinweis kam vom US-Geheimdienst

Ein US-Geheimdienst hat einem Medienbericht zufolge einen entscheidenden Hinweis auf den Terrorverdächtigen Dschaber Al-Bakr geliefert. Dieser habe Telefonate des 22-jährigen Syrers mit einem Kontaktmann der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien abgehört.

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Dschaber Al-Bakr hat sich in seiner Zelle das Leben genommen.

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Darauf wurden die deutschen Behörden informiert, wie die Zeitung «Welt am Sonntag» berichtete. In einem der abgefangenen Gespräche ging es demnach um die Herstellung von Sprengstoff und mögliche Anschlagsziele. Ein «grosser Flughafen in Berlin» sei «besser als Züge», habe Al-Bakr dabei gesagt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Suizid im Gefängnis

Al-Bakr hatte sich am Mittwoch in seiner Gefängniszelle in Leipzig erhängt. Er war nach einer landesweiten Fahndung in der Nacht zum Montag wegen mutmasslicher Anschlagspläne festgenommen worden. In einer von ihm genutzten Wohnung in Chemnitz hatten Ermittler zuvor bei einer Durchsuchung eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden.

Der Bruder des Terrorverdächtigen, Alaa Al-Bakr, bezweifelte die offizielle Darstellung vom Tod Dschaber Al-Bakrs. «Selbst wenn er IS-Mitglied war: Die begehen keinen Selbstmord», sagte er der Zeitung «Welt«. Das sei im Islam verboten. «Ich bin mir wirklich sicher, dass die Polizei ihn umgebracht hat. Ich beschuldige hiermit die deutsche Polizei, am Tod meines Bruders schuld zu sein.»

Syrer bestreiten Mittäterschaft

Al-Bakr war von drei Landsleuten in einer Leipziger Wohnung überwältigt worden, in der er sich aufhielt. Sie fesselten ihn und riefen die Polizei. Im «Spiegel» bestritten die Männer, Komplizen des mutmasslichen Terroristen zu sein. Das hatte dieser laut Berichten vor seinem Suizid in Vernehmungen behauptet. «Wir hatten nie im Leben etwas mit ihm zu tun«, sagte einer von ihnen dem Magazin.

Vielmehr hätten auch sie sich von Al-Bakr bedroht gefühlt. «Er wollte auch uns töten», sagte der Mann. Der 22-Jährige sei «wahnsinnig» gewesen. Aus Angst vor Racheakten von IS-Anhängern hält sich das Trio demnach derzeit bei Freunden in einer anderen deutschen Stadt versteckt. Nach Leipzig wollen sie aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall zurück. (sda)

Publiziert am 15.10.2016 | Aktualisiert am 21.10.2016
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  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    15.10.2016
    Ich verstehe die Hetze gegen die Gefängniswächter nicht. Der hätte eh nicht gesprochen, so hat er Deutschland höchstens viel Geld gespart. Schwieriger finde ich, wie jetzt alles ausgeplappert wird, wie sie ihn gefunden haben. Der IS wird dankbar sein, für die Enthüllung der Ueberwachungsquellen, so können sie ihr Dispositiv nun anpassen!
  • Daniela  Ponti 15.10.2016
    Auch wenns schwer fällt: ausnahmsweise mal Dank an die USA. Die Deutschen werden das wohl auch so sehen.